Gibt es ein Augsburger Syndrom ..?


Im englisch-sprachigen Internet stößt man ab und an auf Fragen danach, was denn unter „Augsburger Disease“ zu verstehen sei oder welche Symptome das „Augsburg Syndrome“ habe.

Augsburger Syndrome Disease

Wenn man sich schon seit einige Zeit regelmäßig in Augsburg aufhält, dort wohnt oder gar geboren ist, versteht es sich von selbst, dass Fragen danach, was es mit jener Augsburger Krankheit auf sich hat und welche Symptome das Augsburg Syndrom hat relevant sind und man logischer Weise etwas ist, dem man nachgehen sollte. Schließlich könnte es sich ja um was ansteckendes handeln und womöglich darf man nicht mehr in arabische Länder einreisen, wenn man nicht dagegen geimpft ist.

Brecht Bühne Augsburg

Augsburger Syndrome Augsburg Disease Krankheit

Recherchen vor Ort stoßen bald auf die Ignoranz der Einheimischen, die entweder nichts wissen oder nichts wissen, bzw. sagen wollen. Das verwundert eigentlich, da Augsburger (denen oft eine gewisse Muffeligkeit nachgesagt wird) sonst nur wenig Zurückhaltung zeigen, wenn es darum geht, über die eigene Befindlichkeit zu klagen. Natürlich könnte es aber sein, dass es sich um Krankheitssymptome handelt, die zwar sehr wohl bekannt sind, aber in Augsburg selbst eben nicht nach der Stadt benannt werden, immerhin nennen die Pariser „Pariser“ ja auch nicht „Pariser“ und ob eine alleinstehende Frau in Hamburg wirklich immer verstanden wird, wenn sie „einen Hamburger, bitte“ sagt, ist eine andere Frage. Nun, tatsächlich handelt es sich beim „Augsburger Syndrome“ um eine Wortschöpfung lautmalerisch Hochbegabter die ein englisch gesprochenes „ohgsbörger sindrom“ sagen, aber ein „äsbörger sindrom“ meinen, also das allgemein als Asberger Syndrom bekannte Leiden. Dieses wurde nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asberger (1906-1980) benannt, der das Krankheitsbild 1943 entdeckt und im Jahr darauf beschrieben hatte, selbst freilich aber von einer „autistischen Psychopathie“ sprach.

Augsburg Staatsarchiv

Gemäß der Einführung bei Wikipedia definiert sich das Syndrom allgemein folgendermaßen: Als Asperger-Syndrom wird eine tiefgreifende Entwicklungsstörung innerhalb des Autismusspektrums bezeichnet, die vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet ist sowie von eingeschränkten und stereotypen Aktivitäten und Interessen bestimmt wird. Beeinträchtigt ist vor allem die Fähigkeit, nonverbale und parasprachliche Signale bei anderen Personen intuitiv zu erkennen und intuitiv selbst auszusenden.

Das Kontakt- und Kommunikationsverhalten von Asperger-Autisten erscheint dadurch „merkwürdig“ und ungeschickt und wie eine milde Variante des frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom). Da ihre Intelligenz in den meisten Fällen normal ausgeprägt ist, werden sie von ihrer Umwelt jedoch nicht als Autisten, sondern höchstens als „wunderlich“ wahrgenommen. Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen. Das Syndrom, das als angeboren und nicht heilbar angesehen wird, macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar …

Obschon es sich nun also offensichtlich wohl um einen bloßen Hörfehler handelt, der eine Reihe von (englischsprachigen) Personen dazu verleitet, von einer „Augsburger Krankheit“ zu reden und zu schreiben, kann man sich trotzdem die Frage stellen, ob die fälschliche Zuordnung des Syndroms tatsächlich „entirely coincidential“ ist, wie amerikanische Experten sagen würden. Augsburger wie bereits angedeutet, gelten vielen Beobachtern und Zugereisten mitunter doch als wenig gesellig, griesgrämig, phlegmatisch. Augsburger knüpfen selten von sich aus Kontakte mit anderen und befassen sich eher mit dem was ihnen immer schon liegt, als dass sie allzu viel Neues erschließen möchten („Was der Bauer ned kennt, frisst er ned“). Naheliegend, dass sie mancher für etwas „schwierig“ oder verschroben hält. Das bedeutet im Umkehrschluss aber dann doch nicht, dass Augsburger per se, untalentiert wären und nichts zustande brächten. Der eine oder andere hat dann doch eine besondere Befähigung, sozusagen eine Lechinselbegabung, wovon Namen wie Fugger, Mozart, Holbein, Welser, Diesel, Brecht bekanntlich zeugen. Oder man denke an die beiden Tore von Mölders in Düsseldorf … 

Wie auch immer sind Augsburger allgemein auch eher skeptisch: Es wed also schoa ebbes dra sei

Auxburg city of peace

A number of English speaking people in the internet write about“Augsburger Disease” or “Augsburg Syndrome”, what actually is kind of an onomatopoeic mixup with “Asperger Syndrome” (AS). However the question is whether at least some of the symptoms ascribed to AS may apply to real Augsburgers. Maybe they got a point there ..!

Augsburg Fußball

4 Responses to Gibt es ein Augsburger Syndrom ..?

  1. gunnerjoshua says:

    Well, that REALLY explains a lot😉

  2. Saskia says:

    Ich lach mich schief! Auf diesen Zusammenhang zwischen Augsburg und den Asperger Autisten wäre ich niemals gekommen!! Gadol!!

    • Andrea says:

      Naja, also ich finde, Augsburg wird von vielen “Sheldons” bewohnt. Ich sehe in der Strassenbahn oft lauter Leute mit eventuellem Asperger-Syndrom.😉 (Mich eingeschlossen)

      Irgendwie stimmt das schon!

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