Gedenkstein für Mietek Pemper


June 2011

Am jüdischen Friedhof Augsburg im Stadtteil Hochfeld (Haunstetter Str./Alter Postweg) wurde im letzten Juni Mieczysław (Elimelech) Pemper beigesetzt, wo 1963 bereits sein Vater Jakob (ben Gabriel) bestattet wurde. „Mietek“ Pemper wurde 1920 in Polen geboren und lebte seit 1958 in Augsburg, wo er mit seinem Vater und seinem Bruder nach dem Tod seiner Mutter Rivka in Polen übersiedelte. Anders als sein Bruder Stefan (geb. 1924) hatte Mietek keine eigenen Nachkommen.

פ נ

איש תם וישר

כל ימיו הלך בדרכי ה

ר יעקב פמפר

בן גבריאל אלתר

נפטר כט טבת תשפג

חבל על דאבדין

ולא משתכחין

תנצבה

Jakob Pemper

30. 8.1888 – 24. 1.1963

Die fast ausschließlich hebräisch gehaltene Inschrift des Grabsteins wurde von Mietek Pemper veranlasst, der seinem Vater Jakob ben Gabriel Alter nach der gebräuchlichen Formel attestiert, dass er ein bescheidener und geradliniger Mann war, der alle Tage auf dem Pfad Gottes ging. Auffallend ist dabei die vokallose hebräische Schreibweise des Familiennamens als פמפר, wo dieser ansonsten jüdisch als פעמפער transkribiert wird, was sodann aber auch der Schreibweise der weltbekannten Windel von Procter & Gamble entspricht.

June 2012

Im Juni nun wurde der Grabstein Mietek Pempers am jüdischen Friedhof Hochfeld in Augsburg aufgerichtet, der nun jedoch überwiegend in deutscher Sprache formuliert wurde, ansonsten aber dem Vorbild des Vaters etwas ähnelt.

פ נ

Mieczyslaw Pemper

ר אלימלך בן ר יעקב

24. 3.1920 Krakau

7. 6.2011 Augsburg

Wer ein Leben rettet,

rettet die ganze Welt

Ehrenbürger der Stadt Augsburg

תנצבה

Die hebräische Inschrift bezeichnet ihn als R. Elimelech Sohn des R. Jakow, wobei ר אלימלך natürlich an den bekannten jüdischen Klassiker erinnert, der davon handelt dass der fröhliche Rebbe zu musizieren anfängt und seine Pauken- und Zimbelspieler dazuruft:

As der Rebbe Elimelech is geworn sejer frelech, is geworn sejer frelech Elimelech, hat er oisgetan di fidl, hot er oisgetan di briln und geschikt nach di paiklers di zwe.

Und as di paikeldike paiklers haben paikeldik gepaikelt, haben paikeldik gepaikelt haben se …”

Das Stück gehört längst zum festen Repertoire “jidischer Liderler”, viel zu oft in einer Weise dargeboten, die Menschen die noch laufen können in der Regel sehr schnell vertreibt:

Zum Vergleich aber die entstaubte Hardcore-Variante der jidischen Metalband Gevolt (eine Art “Rammstein”):

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