Erinnerung an die Synagoge in Memmingen


 בית כנםת מעמינגן

(wikipedia)

In den letzten Jahren war in Abständen immer wieder davon zu hören, dass auf dem Platz der früheren, zur Zeit der Nazis zerstörten Memminger Synagoge, Auseinandersetzungen darüber geführt wurden, ob man dort ein Wirtshaus mit Biergarten bauen sollte – oder eben nicht. Das empfanden einige als geschmacklos, weil man ja nicht Bier trinken könne, wo früher die Synagoge stand. Ganz so, als hätten nun ausgerechnet Memminger Juden etwa kein Bier getrunken, was sie ganz sicher getan haben. Gut, das beste Bier haben sie wohl nicht in Memmingen, das stimmt schon, aber nun auch nicht das schlechteste. Da gibt es weit übleres Gesöff.

(wikipedia)

Auf dem Grundstück am Schweizerberg, schön eingewachsen mit Gestrüpp, damit man davon von außen nicht zu viel sehen konnte, stand hier, bis vor kurzem wenigstens, ein „Denkmal“ zur Erinnerung an die frühere Synagoge. Es galt dem Vernehmen nach vielen Memmingern  als „hässlich“. Einen Schönheitspreis konnte es damit zugegeben nicht gewinnen, aber davon hat Memmingen ja auch sonst nicht zu viele.  Unter den Denkmal-kritischen Stimmen, so ist zu hören, sind jedoch auch welche, die bereits die Synagoge nicht mochten, obwohl diese nun eben alles andere als ein hässlicher Bau war. Und so teilt sich dann die Meinung derer, die daran erinnern wollen, oder eben nicht.

Ein Vorschlag bestand tatsächlich darin, die zerstörte Synagoge nachzubauen und so einen Beitrag zu leisten. Zu was fragt sich? Gegen das Vergessen, hieß es. Offenbar kam man in Memmingen aber dazu überein, dass es dann ohne Juden in Memmingen nun ja noch viel weniger eine Synagoge braucht. Immerhin gibt es ja im Stadtmuseum auch schon ein schematisches, halboffenes Modell der Synagoge im Maßstab 1:50, da brauchts dann auch keine Hecken, um es zu verstecken. Ja und halbwegs abstrakt gemalt wurde die Synagoge ja auch schon. Das passt schon. Übertreiben muss man es ja auch nicht, oder?

Nun also sind Bauarbeiten im Gange, ein roter Bau mit großen Glasscheiben steht schon, sicher auch für Transparenz, damit sich dort auch die lokalen “Piraten” wohlfühlen, und der Platz wird auch gerade mit Steinen ausgelegt. Schön und sauber. Jedoch wurde das Denkmal zur Erinnerung an die frühere Synagoge  komplett demontiert.  Leider wurde keine Inschrift hinterlassen, die an das Denkmal erinnern könnte. Ein ortskundiger Anwohner versicherte jedoch: „des war schon die Stadt die des weggeschafft hat“ und auch „das des scho wieder aufbaut wird und sogar noch gräßer als wie vorher“. Nun, da sind wir beruhigt, dass die Stadt „das“ weggeschafft hatte. Gar nicht auszudenken, wenn das Souvenirjäger gewesen wären, die das Denkmal des nachts gestohlen hätten ..! Wer, weiß, als nächstes verschwände dann vielleicht das Kemptner Tor, das alte Zunfthaus am Weinmarkt, für dessen Restaurierung es in der Tat einen Denkmalschutzpreis gab, oder das alte Frauenhaus mitsamt den Erinnerungen an die berühmten Memminger Hübschlerinnen, die zumindest bei Durchreisenden in alten Reichsstadt-Tagen ein gewisses Ansehen hatten, oder nennen wir es „Etwas“. Aber das gibt es ja auch nicht mehr, inhaltlich gesehen.

Das verschwundene Denkmal soll wieder aufgestellt werden. Größer soll es werden, wie schon gesagt, aber bestimmt auch wieder mit schönsten Hecken eingepfercht, damit man sich hernach nicht gegenseitig stört, beim „Kranzablegen“  einerseits und beim Biertrinken oder Döner-Essen andererseits. Die Pläne dazu wird sicher schon jemand ausgeheckt haben.

In recent years there was a controversy in Memmingen about how to use the place where once was the former synagogue of the former Reichsstadt. The huge and beautiful synagogue within a couple of days in November 1938 was completely levelled. The idea was to establish here a restaurant with a nice “Bier-Garten“, what according to others was considered as affront or rated as inappropriate.

You cannot drink beer where once Jews drank beer? Well, just include Maccabi Beer from Israel to be on the safe side or open the first kosher restaurant in Memmingen which will attract tourists from Augsburg, Ulm, Munich and Stuttgart. Okay, just kidding. I know you won’t.

However, they know get a very nice red brick like building with many huge glas windows. Probably there will be some Turkish or Asian fast food in order to avoid any xenophobic discussion others than anti-Jewish ones.

To remember the building there was a grayish memorial, considered as “ugly” by many, who maybe also did not like the synagogue which was there before. Recently it was dismantled but will be replaced after the construction works will be finished. Sure there will be some hedges, so that beer drinkers and kebab eaters and people who lay wreaths will not be disgusted mutually.

Forgot to Remember to Forget

I forgot to remember to forget her
I can’t seem to get her off my mind
I thought I’d never miss her
but I found out somehow
I think about her almost all the time


The day she went away
I made myself a promise
That I’d soon forget we’d ever met
But something sure is wrong
Cause I’m so blue and lonely
I forgot to remember to forget

2 Responses to Erinnerung an die Synagoge in Memmingen

  1. Joshua says:

    “Sure there will be some hedges, so that beer drinkers and kebab eaters and people who lay wreaths will not be disgusted mutually.”

    What likely will happen there…?😉

    • yehuda says:

      Sure it will be quite more convenient. Jewishness here is subject to the restrictions of controlled farming so to say. Uncontrolled growth places love, peace and harmony in jeopardy.

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