Die “Alte Synagoge” von Erfurt


Als große Attraktion und Kernpunkt der Bewerbung Erfurts um eine Auszeichnung als „Weltkultur-Erbe“ der UNESCO präsentiert die Stadt seit einigen Jahren die sog. „Alte Synagoge“ als“ älteste erhaltene Synagoge Europas“, in welchem heute ein jüdisches Museum untergebracht ist. Dort sind die Exponate des sog. „Erfurter Judenschatz“ ausgestellt, die 1998 unweit in der Michalistr. 43 unterhalb einer Kellermauer gefunden wurde, sowie Faksimile mittelalterlicher hebräischer Bücher aus Erfurt, deren Originale sich in der Berliner Staatbibliothek befinden. Im Hof des Museums befinden sich unter Glas drei mittelalterliche Grabsteinfragmente. Mit inbegriffen sind zahlreiche touristische Angebote, etwa eine (sachlich und altersgerechte?) Führung für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren mit dem vielsagenden Titel „Taharah – von kalten Füßen, nackten Frauen und Geistern“ (http://alte-synagoge.erfurt.de/jle/de/altesynagoge/service/).

Nach allgemeiner Auffassung soll das im Laufe von Jahrhunderten in mehreren Bauphasen immer wieder veränderte Gebäude auf eine auf das Jahr 1094 datierte Synagoge zurückgehen, wovon ein sieben Meter langes und bis zu ca. zwei Meter hohes Mauerstück noch erhalten sein soll. Zu den historischen Begebenheiten nimmt Adolph Jaraczewsky (1829-1911), von 1862 bis 1879 Rabbiner in Erfurt, in seiner 1868 veröffentlichten „Geschichte der Juden in Erfurt“ ausführlicher Bezug. Am 21. März 1349 kam es im Erfurt zum sog. „Judensturm“. Da es andernorts schon zu Ausschreitungen gegen Juden gekommen war, rechneten die Erfurter Juden mit einem Angriff und sollen sich massiv bewaffnet haben: „“Diesen Überfall fürchteten sie in der Zeit, da sie im Gotteshause versammelt waren … und dachten an Gegenwehr. Denn man fand in der Synagoge treffliche Rüstungen an Armbrüsten, Spießen und Pfeilen, so dass man nicht wenig überrascht war, in dem Gotteshaus auch ein Zeughaus zu entdecken.“ (Jaraczewsky, S. 26). In einem an selber Stelle zitierten christlichen Bericht des Petersklosters heißt es: „In Erfurt fiel die Bürgerschaft wie ein ergrimmter Tiger über seinen Raub her.  Hundert fielen in ihre Dolche, oder wurden unter ihrem Streithammer zerschmettert. Die Entkommenen retteten sich in ihre Häuser, verriegelten Tür und Fenster, besetzten alle Eingänge und machten sich zur Gegenwehr bereit. Die Wut stieg mit dem Widerstand. Man warf Feuerbrände, und hoch loderte die Flamme über den Opfern der Unschuld. Mehr als 5000, wovon sich ein Teil selbst ins Feuer stürzte, fanden hier, auf eine, die Menschheit empörende Weise den Tod.“

In Wilhelm Horns äußerst interessanten „Charakterisierung der Stadt Erfurt – ein medizinisch-statistischer Beitrag“ aus dem Jahr 1843 (S. 228) liest sich das dort freilich auf 1346 (!) datierte Geschehen kurz gefasst so: „Einige Junker trachteten nicht nur, die Juden zu erschlagen, sondern wollten auch bei einem solchen Tumult das Stadt-Regiment an sich ziehen. Sie vereinigten sich heimlich mit einigen übelgesinnten Ratsherren und irregeleiteten Gewerken. Als dies der Rat erfuhr, schickte er seine Diener den Juden zur Hilfe; allein der Auflauf war schon zu groß, als dass der Rat hätte gehört werden können. Gegentausend Juden wurden erschlagen, die übrigen aber, welche sich verloren glaubten, liefen in einige Häuser zusammen, zündeten sie an, und verbrannten sich mit Allem, was sie bei sich hatten. Es sollen damals 6000, nach Anderen sogar 9000 Juden in Erfurt gewesen sein, welche alle umkamen. Man fand in der Judenschule Rüstungen, Armbrüste, Spieße und Pfeile, deren Zweck man nicht einsah. Der Kurfürst Gerlach war über dieses Benehmen der Bürgerschaft höchlich erzürnt, die Stadt gab als Ursache der Verfolgung den Verdacht der Brunnenvergiftung an; da dieses jedoch keineswegs erwiesen war, und der wahre Grund vielmehr deutlich hervorleuchtete, so wurde die Stadt verurteilt, jährlich 100 Mark Silbers als Strafe zu geben; – eine Strafe die aber nicht lange gezahlt wurde.“

Jaraczewsky zweiter Nachfolger im Amt des Erfurter Rabbiners Theodor Kroner formulierte in seiner Festschrift zur Einweihung der neuen Erfurter Synagoge am 4. September 1884, sich weitgehend auf die Peterschronik stützend: „Mit Dolch und Streithammer tötete man dieselben, stürmte ihre Häuser und als sie sich in den selben zur Wehr setzten, zündete man die Häuser an. In Wirklichkeit wohl nur 100, der Sage nach 5000, nach Anderen 6000 oder gar 9000 Juden, wovon sich ein Teil selbst ins Feuer stürzte, fanden hier auf eine die Menschheit empörende Art ihr Grab.

Die genannten möglichst hohen Zahlen tausender getöteter Juden in Erfurt sind sicher eine maßlose Übertreibung seitens der christlichen Chronisten (oder Wunschdenken), da die gesamte Einwohnerschaft Erfurts zur Mitte des 14. Jahrhunderts kaum über 10.000 Einwohner hinausgekommen sein wird. Vielleicht werden deshalb allgemein wohl auch die gleichwohl genannte Zahl der “hundert” zitiert. Doch bereits bei der Rückkehr der Juden im Jahr 1350/51 sind 33 Hausbesitzer verzeichnet. Jaraczewsky schätzt die Anzahl der Hausbesitzer auf ein Drittel und deshalb die Anzahl der Juden auf etwas über 500, was sicher eher konservative Werte sein dürften. Die Erfurter Juden waren vor dem „Sturm“ wohl in benachbarte Städte geflüchtet, etwa nach Arnstadt 15 km südlich von Erfurt, oder ins 20 km westlich gelegene Gotha oder ins gleichweit entfernte östliche Weimar.

Wie anderer zurückgelassener Besitz wurde die Synagoge in Abwesenheit beschlagnahmt und gelangte so in „Privatbesitz“. Dazu passt nun offenbar der durch dendro-chronologische Verfahren ermittelte Befund, der erhaltene Holzbalkenreste auf das Jahr 1351 datiert, welche nun aus der Zeit des Umbaus stammen sollen. Daraus folgte dann jedoch, dass die neuen Besitzer sich rasch um einen Umbau bemühten. Sollten tatsächlich Brände gelegt worden sein, müssten in einer eng bebauten mittelalterlichen Altstadt erhebliche Schäden angerichtet worden sein. Kaum vorstellbar, dass ggf. beschädigte oder gar ausgebrannte Häuser hernach einfach so „in Privatbesitz“ übergegangen sein konnten. Den nach Erfurt zurückkehrenden Juden soll 1357 auf städtische Kosten der Bau einer neuen Synagoge bewilligt worden sein, welche später in der handschriftlichen Chronik von Samuel Fritz abgebildet wurde. Die Überreste dieser neuen mittelalterlichen Synagoge wurden nach dem großen Brand von 1736 abgetragen.

Ob es sich wirklich um eine ganz neue Synagoge handelte oder ob der durch Feuer oder anderweitig Zerstörungen beeinträchtigte alte Bau erneuert wurde, ist etwas unklar. Einer Variante der Geschichte gemäß, wurde tatsächlich keine neue Synagoge gebaut, sondern bisherige wieder von den zurückgekehrten Juden genutzt. Demnach kamen im Jahr 1357 Abraham von Fulda, Cassel von Arnstadt, Adelkind von Dornburg mit Rabbi Feudlin und anderen nach Erfurt zurück und „mieteten vom Rat die Judenschule welche dieser in den Sturmjahren an sich gebracht hatte und die jetzt wüst lag, um etliche Mark.“ (Jaraczewsky, S. 33). Demnach wurde die Synagoge beim sog. „Judensturm“ wohl stärker beschädigt und lag noch acht Jahre später „wüst“. Dies widerspricht natürlich einer zwischenzeitlichen „privaten“ Nutzung und hinterfragt ein wenig auch die Datierung von Holzstücken auf den Winter 1350/51. Berichten gemäß wurde die „neue“ Synagoge 1479 zur Kirche geweiht, rund zwanzig Jahre nachdem 1458 die mittelalterliche Geschichte der Juden in Erfurt mit der Ausweisung endet. Das ehemalige Synagogengebäude soll 1736 beim Stadtbrand völlig ausgebrannt sein.

Es ist nun fraglich, ob jener Bau, der als „Alte Synagoge“ rekonstruiert oder gar nur konstruiert wurde tatsächlich auf eine mittelalterliche Synagoge zurückgeht.

Die „Entdeckung“ der Synagoge vor etwa zwanzig Jahren wurde als „Wunder“ aufgefasst, da man angeblich nicht ahnen konnte, um was für einen Bau es sich handelte.  Die Unklarheit darüber ist jedoch eigenartig da schon im Jahre 1862 der Erfurter Lokalhistoriker Bernhard Hartung im selben Gebäude „die alte Synagoge der ehemals berühmten Erfurter Judengemeinde“ vermutete und dies nicht geheim hielt. Ausführlicher noch setzte sich der Erfurter Jaraczewsky in seinem 1868 publizierten Buch zur Geschichte der Juden in Erfurt damit auseinander, wobei er verständlicher Weise bereits geläufige Auffassungen aufgriff:

Ihre Hauptsynagoge (denn eine zweite lag auf ihrem Friedhof), welche noch jetzt in ihren Umfassungsmauern vorhanden ist, scheint mit ihrer Fronte nicht an der Straße gelegen zu haben und bildet gegenwärtig das Hintergebäude eines öffentlichen Lokals (eines sog. Kaffeehauses) Hausnummer 2545. Es ist ein mächtiges, beinahe viereckiges, drei Stock hohes Gebäude, in dessen oberen Geschoss, an der Ost- und Westseite, sich größere Fenster im ältesten Spitzbogenstil, und neben diesen Fenstern am westlichen Giebel noch zwei runde Fenster befinden. Leider haben die mannigfachen Bauten, welche im Laufe von Jahrhunderten im Innern des Gebäudes vorgenommen wurden, dasselbe so verändert, dass sich nicht mehr erkennen lässt, welche Einteilung es damals gehabt haben mag, als es gottesdienstlichen Zwecken diente.“

Auch die modernen Interpreten des Baus kommen nicht umhin, einzugestehen: „Der Grundriss (der Synagoge) in Erfurt weicht jedoch in ungewöhnlicher Weise von den übrigen (zeitgenössischen) Synagogen ab“ und „Der Grund für diese Abweichung … ist bisher unklar“ (Alte Synagoge und Mikwe zu Erfurt, S. 38/39). Trotz aller Rekonstruktionsversuche in den letzten zwanzig Jahren deutet kaum etwas auf eine frühere Synagoge hin.

Der Grundriss des heutigen Baus hat eine Fläche von ca. 18 auf 12 m. Die Orientierung der Längsseite ist einigermaßen südöstlich, ist dabei jedoch anders als erforderlich und zu erwarten nicht nach Jerusalem ausgerichtet, sondern nach Laibach, Brindisi in Süditalien, Ost-Libyen, schließlich Sudan und Kampala in Uganda. Auch wenn neuzeitliche Reformgemeinden es in der Regel bei einer vereinfachten Ost-Ausrichtung belassen, die der Talmud in Vermeidung einer vorstellbaren Sonnenanbetung untersagt, nahmen antike und mittelalterliche Juden die genaue Ausrichtung nach Jerusalem in aller Regel doch sehr genau. Dies gilt umso mehr, wenn Gelegenheit dazu bestand, einen Neubau vorzunehmen. Wie auch immer, wäre beim Erfurter Bau der Aron Kodesch an der schmalen etwa 12 m langen Südost-Mauer zu erwarten gewesen, jedoch deutet heute nichts auf eine entsprechende Nische hin. Die Hauptfassaden verlaufen entlang der ca. 18 m langen Seiten mit eigenartigen Fensteranordnungen auf mehreren Etagen, die zum einem erst  wieder freigelegt, ein möglichst hohes Alter anzeigen, andererseits aber kaum besagen können, dass die mittelalterliche Synagoge bereits entsprechend eingeteilt war und über vier (unterschiedlich belegte) Fenster-Etagen verfügt haben soll.

Die überlieferte Abbildung der alten Synagoge in Erfurt, die wahrscheinlich irrtümlich einem Neubau zugeschrieben wird, zeigt keine wesentlichen Übereinstimmungen mit dem heutigen Museumsbau. Auch das für das äußere Erscheinungsbild der freigelegten Südwest-Fassade charakteristische asymmetrische hölzerne Giebeldreieck der Synagoge ist keineswegs einmalig in Erfurt, sondern findet sich in Varianten im Bereich der Erfurter Altstadt, beispielsweise an der Barfüßer Kirche oder weit weniger hochragend an einem Haus in der Marstallstraße / Lange Brücke.

Die auf einer alten Karte zu sehende zugespitzte Form findet sich wieder auf der restaurierten Fassade der Synagoge:

Zusammengefasst deutet trotz aller Rekonstruktionsversuche in den letzten zwanzig Jahren nichts darauf hin, dass es sich bei der beworbenen „Alten Synagoge“ in Erfurt tatsächlich um den auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Synagoge errichteten Nachfolgebau oder gar um die älteste erhaltene Synagoge, ob nun der Stadt, Deutschlands oder Europas handelt.

Dass es bis ins 15. Jahrhundert eine bedeutende mittelalterliche jüdische Gemeinde gab, steht außer Zweifel ebenso wie die Notwendigkeit diese im Kontext der Fakten zur Stadtgeschichte angemessen zu würdigen. Ohne Zweifel wäre es durchaus wünschenswert, könnte man möglichst viele originale Zeugnisse mittelalterlichen Judentums entdecken und bewahren.

Im Abstand von 660 Jahren ist es fragwürdig, ein ohne Zweifel mehrfach erheblich umgebautes Gebäude, das nur phasenweise originale Bausubstanz, dafür aber jede Menge Spuren seiner weiteren Geschichte enthält, „pars pro toto“ umzudeuten, als gelte es im Sinne von Aristoteles ein „Ergon“ zu finden, um auf „auf gut Glück“ an eine Ortsgeschichte zu erinnern, die nun aber am gezeigten Schauplatz in dieser Form sehr wahrscheinlich nie bestanden hat.

Auch wenn die Intention anhand der eigenen Stadtgeschichte mehr als nur Allgemeinplätze  des Judentums (das 1350 ein anderes ist als heute) zu vermitteln (wozu eine Edition „Erfurter“ hebräischer Schriften durchaus geeigneter wäre)„positiv“ zu werten ist, ist dies im Grunde doch bloße Science Fiction. Daran ändert weder die (mehrfach) ausgezeichnete Präsentation (etwa eine Auszeichnung für das einheitliche Design der Bücher und Prospekte zu den jüdischen Orten der Stadt oder ein „European Tourism Award“ der British Guild of Travel Writers, …), noch eine Bewerbung als „Weltkulturerbe“.

* * *

Although the British Guild of Travel Writers in 2011 has awarded the Old Synagogue of Erfurt with its “European Tourism Award” it most likely rather refers to a successful tourism concept than to historical facts. The building is regarded and promoted as “oldest synagogue of Europe”, but of course was not used as synagogue during the last 663 years and is no synagogue today. Furthermore there hardly is anything what may indicate that it was an ancient synagogue at all. The orientation of an ancient synagogue in medieval times was toward Jerusalem. Only in more recent times, mistaken by a North African “Mizrakh”, a mere eastern orientation was regarded as sufficient, altough it made no sense in Central or Northern Europe. The building in Erfurt however only to some degree orientates towards south-eastern direction, but clearly not towards Jerusalem, but only towards Laibach, south Italian Brindisi or finally towards East Libya, Sudan and finally Kampala, capital of Uganda. Although the building unquestionable is pretty old it also was converted, rebuilt and reconstructed time and again, so that already in 1868 Mr. Adolph Jaraczewsky, rabbi of Erfurt from 1862 until 1879, said in his “History of the Jews in Erfurt”: “unfortunately the manifold constructions at the interior of the building in the course of centuries have varied so much so that it is not possible to see which sections it may had in the times it was used for (religious) services. Also the new promoters of the building as synagogue admit that the outline (of the building) in Erfurt differs exceptionally from all other known (contemporary) synagogue buildings and that the reason for this until now is still “unclear”. According to the law of parsimony one rather simple reason to answer the question maybe was that it never was a synagogue.

Local tradition examined more closely shows a number of contradictions. The popular version has it that in spring 1349 a mob attacked the Jews in Erfurt and killed all or at least most of them. With that the old synagogue ceased to be the center of Erfurt’s Jewry. When a couple of years later they returned to Erfurt the municipality financed a new synagogue for the Jews, while the old one passed into “private” ownership, whatever this could have meant in mid-fourteenth century. However, the newly built second synagogue was depicted in a handwritten chronicle and was used by the Jewish community of Erfurt until their expulsion from the city in 1458. Some twenty years later, the building was converted into a church. After the conflagration of 1736 the remnants of the church were pulled down, so that there is no leftover from the second synagogue.

Another version says that the Jews resisted the attackers so that they set the Jewish houses on fire. However in 1357 a number of Jewish leaders returned to Erfurt from neighboring towns like Arnstadt and rehired their former property within the city, thus also the old synagogue which laid waste for some years. The synagogue in this version was refurbished.

Since there is no reasonable indication for a synagogue in this building, it is entirely possible that the old synagogue of Erfurt damaged in 1349 and afterwards was used until 1458 and converted into a church in 1479 was a quite different building than the one which today is promoted as “oldest synagogue” of Europe. Since the building however wasn’t used as a synagogue for 660 years anyway it would not matter anyway, but if the intention is to provide some pieces of genuine history it of course is appropriate to go better without science fiction or wishful thinking.        

בארפורט יש בית הכנסת העתיק ביותר באירופה. זה מה שהם אומרים

אבל יש רק הוכחה קטנה והרבה וחשיבה חיובית

* * *

A Erfurt, nella capitale est-tedesca della Turingia, si trova la più antica sinagoga europea. Questo è ciò che si dice. Anche se vi è solo una prova molto poco, hanno un sacco di pensiero positivo e concetti di marketing buoni. Forse sufficienti per guadagnare Patrimonio dell’umanità premio di UNESCO …

10 Responses to Die “Alte Synagoge” von Erfurt

  1. Erwin Daniel Müller says:

    Ganz hervoragender Artikel mit schlüssiger Argumentation hier in der Diskussion. Fein säuberlich und sachlich. Toll, weiter so!

  2. KH Horst says:

    Sehr guter Artikel, den man in Erfurt verteilen müsste. Endlich mal jemand der den Mut hat die unsäglich Vermarktung anzusprechen, die mit dem jüdischen Erbe getrieben wird. Mit Wissenschaft hat das gar nichts zu tun, da es nur um Profilneurosen, Geld und Eitelkeiten geht. Unerträglich.

    Danke!

  3. Erfurter says:

    Vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag, der vieles auf den Punkt bringt. Gerade für Juden und Freunden der Juden ist es oft unerträglich, wie die Geschichte zurechtgebogen wird. Anzumerken wäre noch, daß den Machern keineswegs das Judentum oder gar Juden als solche ein Anliegen sind (außer sie kommen zu Präsentationen und reisen danach wieder ab), sondern die Vermarktung deren Überbleibsel, wozu Gräber nicht unbedingt gehören).

    Großes Kompliment. Weiter so!

    Mischa Klier, Erfurt

  4. Joshua says:

    Excellent as always.🙂

    On the pages of alte-synagoge.erfurt.de a man named Bernhard Purim already in 2008 had a number of doubts regarding the concept of the exhibition, although he did not query the “Alte Synagoge”.

    For example: “Ein vollständiges Bild der Vergangenheit läßt sich so auch nicht mit den aufwendigsten musealen Darstellungsmethoden erstellen und der Versuch, dies dennoch zu tun, führt nicht nur methodisch in die Irre, sondern birgt auch die Gefahr in sich, zu Gunsten eines scheinbar “runden” Bildes der Vergangenheit nicht nur neue Fragestellungen zu verhindern, sondern auch der Stereotypenbildung Vorschub zu leisten.“
    He also doubts the „Sabbat-Lampe“ and the “sogenannte “Erfurter” hebräischen Handschriften“, etc.

    „Vielleicht trug eine jüdische Braut in Erfurt Schmuck aus dem Schatzfund. Vielleicht wurde der Schatz von einem Geldwechsler im Keller seiner Hauses vergraben. Vielleicht wurde unter dem Leuchter aus dem Erfurter Dom der Schabat-Segen gesprochen und vielleicht haben Erfurter Juden die heute in Berlin befindlichen Handschriften in Auftrag gegeben, sie geschrieben oder mit ihnen studiert. Dies ist alles möglich – nur wissen wir es nicht mit jener Sicherheit, die das diskutierte Ausstellungskonzept vorzutäuschen versucht.“

    Finally: ” … genau jene Fragen, die die Erfurter Realien bei genauerer Betrachtung aufwerfen, eröffnen die Möglichkeit, ein Ausstellungskonzept zu verwirklichen, daß auf diese Lücken in unserem Wissen hinweist und den Besuchern nicht mit nur einer Interpretationsmöglichkeit, die durch allerlei multimedialen und figürlichem Beiwerk dekoriert ist, abspeist, sondern in in die künftigen Überlegungen und Forschungen miteinbezieht.”

  5. Juan D. Botella says:

    Erfurt obviously is not that different from other places in the world which have a professional history management. Today history is considered a product of an easy-care wellness world, important for tourism industry which produces income, etc. People in their leisure want to enjoy exhibitions like plunging into water without getting wet. Therefore history marketing is very popular. Professional “history-makers” rearrange and soup up facts as job candidates do regarding their curriculum vitae. The aim is to please people and address their beliefs and expectations. Since the intention is to address as many people as possible, any marketing idea of course necessarily depends on a higher number of simplifications, a distinctive design, etc. So if something does not fit, just use a bigger hammer.

    Juan D. Botella, Madrid

    • yehuda says:

      Many thanks for your comment.
      Well, at this level it is difficult to discuss and to argue in how far it is useful to address divergent information, critical questions, plain facts, traditions and the like in the context of a concluded history production.

      However, if oversimplification – for instance to exhibit “historical” Mikvot which are less than a yard deep – actually is the working principle to appeal to as many tourists as possible, practical details of course will be regarded as deranging nuisance factors.

      However,there is reasonable suspicion that a world outside of “sight seeing pilgrimages” (tourism) and “history cathedrals” (museums) actually does exist: it is ours as far as we are part of the tradition.

  6. Lisa Yehuda says:

    Ich habe selten einen so schlecht recherchierten Artikel mit so vielen Fehlern gelesen.
    Noch dazu hat das Geschriebe einen unterschwelligen aber durchgaengig negativen Ton. Hat da jemand etwas gegen die Aufnahme Erfurts in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes? Oder gegen die arme Synagoge (die ja eigentlich keine ist)?
    Ich wuerde dem Autor empfehlen, sich Hilfe bei jedem x-beliebigen Amt fuer Baudenkmalpflege oder beim Landesdenkmalamt zu holen. Dann haette das grausige Wissendefizit vielleicht eine Chance auf Ausgleich.
    Bitte nicht noch mehr von dieser Sorte!
    Elisabeth Yehuda (Doktor der Mittelalterarchaeologie, Universitaet Tel Aviv, Israel)

    • yehuda says:

      “O si tacuisses, philosophus mansisses!”

      Vielen Dank für Ihre Kritik, die weniger albern wäre, wenn Sie statt bloßer Polemik sachliche Argumente anführen würde. Wenn Sie einen „durchgängig negativen Ton“ hören, liegt das wahrscheinlich am Kontrast zu dem, was Sie sonst hören oder diesbezüglich hören wollen. Abgesehen von Ihrer sind die Resonanzen zum Artikel (der übrigens Quellen nennt), wie wir es seit Jahren auch zu zahlreichen anderen Themen gewohnt sind, durchaus positiv und konstruktiv. Sie haben sich für einen anderen Weg entschieden. Das wirft – nur am Rande – noch die Frage auf, was Sie denn eigentlich dazu „motiviert“ einen Ihrer Ansicht nach gar so „schlechten“ Internet-Artikel auf eben jene Art und Weise zu „würdigen“?

      Erfurt ist durchaus eine sehr schöne Stadt und hat für Touristen einiges zu bieten, jedoch ist bekanntlich nicht alles Gold was glänzt und es gibt gerade in Bezug auf die komplexe jüdische Geschichte einige eher finstere Aspekte.

      Geschichte steht nicht still und auch der Umgang mit Geschichte ist Teil der Geschichte.

      • Lisa Yehuda says:

        Ich habe den Eindruck, dass konstruktive Kritik hier nicht wirklich weiterhilft. Tut mir leid!
        Der Artikel verwendet dermassen oft das Wort “sogenannt” und “soll/sollen… haben”, dass ich nicht umhin kann, eine vorgefasste Meinung zu vermuten, die unbedingt bewiesen werden muss.
        Zur “Quellenangabe”: Drei, voellig veraltete Quellen aus dem 19. Jahrhundert und ein heimatloser Satz aus der Publikation “Alte Synagoge und Mikwe zu Erfurt”, kann man doch nicht wirklich als Quellenangabe bezeichnen wollen!? Es gibt diverse, wesentlich juengere Publikationen aus dem 20. Jahrhundert, die sich intensiv, sachlich und fachkundig mit der Baugeschichte der Synagoge und dem juedischen Leben in Erfurt auseinandersetzen.
        Was mich aber wirklich betroffen macht ist der “sog.” Judenschatz. Was ist der Judenschatz denn, wenn er nur sogenannt ist? Eine Faelschung? Oder ein Sammelsurium von Wertgegenstaenden der christlichen Einwohner Erfurts? Haben Sie sich jemals die Muehe gemacht und sich den Schatz genauer angeschaut? Darunter sind typische Judaicastuecke, wie zum Beispiel ein Hochzeitsring mit der Inschrift “Mazel Tov” und Kiddush- bzw. Pessachbecher.aus der Zeit der Hochgotik.
        Nein es tut mir leid, Ihr Artikel ist genauso wenig serioes und sachlich wie meine Kritik.

        • yehuda says:

          Nun, zwar schreiben Sie, dass Sie denn Eindruck haben, „dass konstruktive Kritik hier nicht wirklich weiterhilft“, aber trotzdem schreiben Sie erneut. Immerhin sprechen Sie dieses Mal ein paar Punkte an, auf die man Bezug nehmen kann, weshalb ich dies auch tun möchte. Ihre Vermutung einer „vorgefassten Meinung“ in Bezug auf Erfurt ist jedoch ein sachfremdes Fehlurteil, das nicht weiter hilft. Ich könnte mir im Umkehrschluss auch eine Reihe von Unterstellungen ausdenken und diese auf Sie beziehen. Seriös ist das nun nicht.

          Es ist auch nicht so, dass der Begriff „sog.“ sogenannt wie Sie schreiben „dermassen oft“ im Artikel vorkommt, sondern nur drei Mal, einmal in Bezug auf die „Alte Synagoge“ (weil sie zumindest seit 660 Jahren keine Synagoge ist, aber trotzdem als solche bezeichnet wird), einmal in Bezug auf den „Erfurter Judenschatz“ (weil dieser kein Schatz an Juden ist, auch wenn die Assoziation von Gold und Silber mit Juden manchem einleuchten mag), schließlich noch der „Judensturm“, da der Begriff einen Angriff auf die jüdische Gemeinde begrifflich kaschiert, in einer Art und Weise die heute tauglich wäre für ein „Unwort des Jahres“. Ein weiteres „sog.“ taucht in einem Zitat von Hartung auf, der von einem sog. „Kaffeehaus“ spricht, vielleicht weil er anderswo welche gesehen hat, die ihm besser gefielen. Das bleibt wie vieles hier reine Spekulation.

          Nun, gar drei „völlig veraltete“ Quellen zu kennen, ist objektiv dann doch etwas anderes als „schlecht recherchiert“, wie Sie eingangs meinten. Welches Argument fällt Ihnen ein, das schlüssig dafür spricht, dass uns alte und seltene Schriften bekannt sind, aber populäre, zeitgenössische nicht? Hat das eine Logik?

          Was den Hochzeitsring und weitere Stücke anbetrifft, so sind diese durchaus bemerkenswert, aber sie geben keinen Anhaltspunkt darüber ob das Gebäude, in welchem sie heute ausgestellt werden, eine Synagoge war, da sie nicht dort gefunden wurden.

          Selbstverständlich haben wir uns den ausgestellten Schatz angesehen, was im Übrigen in keiner Weise eine „Mühe“ war. Der Großteil der Funde wie Silberbatzen oder Münzen sind keineswegs „jüdisch“. Vielleicht handelt es sich insgesamt um die aus mehreren Quellen zusammengestohlene Beute eines Diebes, der wie auch immer nun über ein paar jüdische „Exponate“ verfügte. „Völlig veralteten“, weil gar mittelalterlichen Quellen gemäß sollen die Erfurter Juden (und im Laufe der Geschichte nicht nur sie) ausgeplündert worden sein. Gibt es seriöse Argumente alle anderen denkbaren Möglichkeiten auszuschließen? Und selbst wenn der gesamte „Schatz“ tatsächlich in dieser Form einem Juden gehört haben sollte, wird alles Silber und Geld gleichfalls „jüdisch“, weil ein Hochzeitsring dabei lag? Etwa in der Art einer Berührungs-Magie? Etwas anderes wäre es doch freilich, wenn es sich um originär jüdische Münzprägungen handeln würde. Wie dem auch sei, über das Gebäude der „Alten Synagoge“ und seine Geschichte besagt dies nichts.

          Trotz aller Polemik zum Abschluss noch mal ein herzlicher Dank dafür, dass Sie sich doch so viel Zeit nehmen, um einen angeblich schlechten Weblog-Artikel eine solche Aufmerksamkeit zu schenken.

          מזל טוב

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