Juden im mittelalterlichen Landsberg am Lech


In mancherlei Weise verbindet man heute Landsberg am Lech direkt oder indirekt mit Juden, zum einem durch die KZ-Außenlager von Kaufering und Dachau, zum anderen durch die in der Nachkriegszeit eingerichteten Lager für sog. „Displaced Persons“ (die heute allmählich zum „displayed“ mutieren), die Kriegsverbrecherprozesse und schließlich indirekt noch durch die Popularität von Hitlers „Festungshaft“ in Landsberg und deren Mystifizierung während der Naziherrschaft, die Landsberg als „Stadt der Jugend“ glorifizierte, der Hitler-Jugend, um genau zu sein, die hier ab 1937 ihren offiziellen Treffpunkt hatte.

Erfahrungsgemäß tun sich aber auch annähernd sieben Jahrzehnte nach dem Untergang des Nazi-Regimes die heutigen Bürger von Städten und Gemeinden wesentlich leichter sich selbst mit den unbequemen Seiten der Nazi-Vergangenheit zu befassen, als mit dem oft dann gar nicht mal weiter schrecklichen jüdischen Anteil ihrer Ortsgeschichte. Eine solche gab es, wenngleich nicht allgemein geläufig auch in Landsberg am Lech, wovon Eintragungen in Urkunden zeugen, die Juden als von Landsberg kommend identifizieren.

Landsberg, soweit es sich geschichtlich fassen lässt ist um 1100 als ein kleines Dorf namens „Fetin“ (Phetine, etc.) bezeugt. Etwas später entsteht hier am Berg eine Burg, die dann Landsburg (landspurch) und schließlich Landsberg (landsperch) heißt. Um 1315 wird das kleine Städtchen im Krieg zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen vollständig zerstört wozu wohl noch nicht viel gehörte. Der nun folgende Aufstieg Landsbergs hängt vor allem mit dem Salzhandel zusammen. Landsberg hatte diesbezüglich wegen der dem gemeinsamen Lech einen Vorteil in Bezug auf die Belieferung Augsburgs, die ansonsten von München aus über den beschwerlichen Landweg geschah.

1361 wurde der Landsberger Lech-Salzstadel errichtet. 1362 erhielt Landsberg trotz erheblicher Widerstände die Münchener Salzniederlage. 1364 wurde die Wehranlage gebaut und die Stadt erhielt durch Herzog Stefan II das „ewige Recht zur Salzniederlage“, was den Konkurrenten München über drei Jahrhunderte in der weiteren Entwicklung beeinträchtigen sollte. Flussabwärts konnten die Flößer, die in Landsberg nun Wegzoll zahlen mussten, Augsburger Gebiet binnen eine Tages erreichen. In Augsburg bekannt ist der jüdische Salzhändler Eberlin aus Landsberg, der in den 1360er Jahren auch in den Steuerbüchern der Reichsstadt mehrmals verzeichnet ist, der im Steuerbezirk beim Heiligkreuztor registriert war, also abseits der Hauptsiedlungen der Juden in der Stadt. Oberhaupt der Stadt war in jener Zeit Konrad Langenmatel der Jüngere der „beim Salzstadel“, inmitten der Maximilianstraße wohnte. Auch der Augsburger Salzstadel ist in jener erstmals bezeugt und in (weit) späterer Zeit als Prachtbau bekannt. Bis in die Neuzeit hinein war Salz wichtigstes Konservierungsmittel und deshalb für den Augsburger Fernhandel von herausragender Bedeutung. Der aus Landsberg stammende Eberlin steht zeitlich mit dem Augsburger wie dem Landsberger Salzstadel in Verbindung und wird als Händler und Unterhändler wohl einen Anteil am Zustandekommen des Handels zwischen den beiden Lech-Städten gehabt haben. Mit Einführung der Zunftordnung verliert sich die Spur von Eberlin jedoch wieder, was vielleicht kein Zufall ist, obwohl die Salzfertiger erst einige Jahrzehnte später in einer eigenen Gesellschaft organisiert waren. (siehe: Augsburger Stadtlexikon).

Eine jüdische Siedlung in Landsberg bestand offenbar im Bereich zwischen heutiger Ludwigsstraße und dem Mühlbach, jedoch sind Nachrichten darüber nur sehr spärlich.

Upper Bavarian Landsberg, some 35 km south of Augsburg at river Lech, is best known for Hitler’s imprisonment and the Nazi-Legend of composing here his concoction “Mein Kampf” (what regarding logical thinking is best translated as “conflict”), as capital of the Hitler Youth, for the Kaufering concentration camp system, the War Prison trials (with some 300 death penalties) and the struggles to cope with that.

Only little is known about pre-Nazi Jewish aspects of the town’s history, which as elsewhere in the region are harder to acknowledge than even the worst aspects of Nazi history. However at the time of 1362 until 1368 Eberlin of Landsberg was recorded in Augsburg taxpayer books. Eberlin was a salt trader and was in Augsburg about the same time when Landsberg took over the rights in salt trading from rivaling Munich and built the famous weir of Landsberg (motif of countless depictions until today), in order to control the rafting to Augsburg, which both share the common river Lech. In both cities huge salt houses were established about the same time.

4 Responses to Juden im mittelalterlichen Landsberg am Lech

  1. yehuda says:

    now with a new browser it does work🙂

  2. yehuda says:

    Theoretisch recht viele … awal …

  3. Margit says:

    Gibt´s denn noch ein paar Bilder?

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