Der neue jüdische Friedhof von Fürth


*Jüdischer Friedhof Fürth, Erlanger Str. 99

Einer Meldung des „Fürther Tagblatts“ Nr. 111 vom Sonnabend 13. Juli 1839 gemäß gab am 4. des Monats ein Bauer seinem älteren Sohn „den Auftrag die Ochsen auf dem Felde zu hüten. Dieser überließ seinem jüngeren Bruder, einem 10jährigen Knaben, die Sorge für dieselben, welcher wahrscheinlich spielend den Strick, an dem die Ochsen gebunden waren, um den Hals schlang, und dadurch die Ursache seines frühen schrecklichen Todes wurde. Man fand den Leichnam des Unglücklichen einige Stunden später mit Blut und Staub bedeckt, eine weite Strecke von dem Hutplatze entfernt.“

Unter einem Hut- oder Huthplatz verstand man früher einen Weidepatz, was sich vom Hüten ableitet. Unweit davon entstand hernach der städtische Friedhof der Stadt Fürth, der sich aktuellen Zeitungsberichten in einer „Krise“ befindet. Die Zahl der Bestattungen geht zurück, und während zahlreiche unter Denkmalschutz stehende Gräber mangels Nachkommen keine Pflege mehr finden, hat sich die Zahl der Leichenverbrennungen in den letzten 30 Jahren von einem auf fast zwei Drittel erhöht. http://www.nordbayern.de/region/fuerth/krisenmanagement-am-further-friedhof-1.957610

Im Städtischen Friedhof von Fürth integriert ist heute der 1880, als die jüdische Gemiende der Stadt mit ca. 3300 Menschen ihren “Höchststand” erreicht hatte, angelegte neue Friedhof der jüdischen Gemeinde im heutigen Stadtteil Ronhof. Das stattliche Tahara-Haus des Fürther Architekten Adam Egerer (1859-1936)stammt aus dem Jahr 1902, doch dem Vernehmen nach wurde der Friedhof aber erst ab 1906 für Begräbnisse benutzt. Auf dem Gelände befinden sich Denkmale für jüdische Soldaten des ersten Weltkriegs und in der Tahara Tafeln zur Erinnerung an fast 900 Fürther Juden, die von den Nazis ermordet wurde. Die Nachkriegsgemeinde benutzt den Friedhof bis heute.

Denkmal für die gefallenen Fürther jüdischen Wehrmachtssoldaten der Kriegsjahre 1914 – 1918:  

איך נפלו גיבורים ויאבדו כלי מלחמה

 Grave marker of Prof. Eduard (Menachem Mendel ben Menachem Mendel) Schneerson (1941 – 2009) “Professor der Elektrotechnik, Theoretiker des Distanzschutzes elektrischer Netze” by far no common tombstone inscription.

Ehrenmedaillon am Grabmal des Kriegsteilnehmers von 1870 – 1871 Hermann Cohn (17. Feb. 1845 – 22. Sept 1928). Mit ihm bestattet wurde seine Frau Julie (1844-1934). Die Inschrift des Medaillons lautet: “Gott war mit uns, Ihm sei die Ehre. dem siegreichen Heere“. In der Mitte befindet sich die Kaiserkrone, unten am Fuß ein kleiner Magen David.

 

Grabmal des Siegfried (Israel ben Chaim) Offenbacher (1899-1970), der beim Brandanschlag auf das Müncher Seniorenheim vom 13. Ferbuar 1970 ums Leben kam. 

Siehe: https://jhva.wordpress.com/2010/02/14/rememberring-terror-in-munich/

ברוך אתה ה’ אלוהינו מלך העולם, אשר יצר אתכם בדין

 

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