Die Synagoge von Fürth


Zwar kennt die Fürther Überlieferung zu Zeiten viele Synagogen (ob eine Schul nun eher eine „Synagoge“ im heutigen Sinn oder ein Bet Midrasch ist, oder  was gar eine Jeschiwa vergleichsweise dazu ist, scheint vielen nicht ganz so klar) und „private Betstuben“ im Gebiet der Altstadt, aber das ist vielleicht wie die Erinnerung an früher reichhaltige Nahrungsvorräte in Zeiten des Hungers. Es macht nicht satt. Die heutige jüdische, „israelitische“ Gemeinde in Fürth jedenfalls nutzt an der Hallmannstr. die kleine ehemalige Waisenhaus-Synagoge, die einzige der Synagogen welche die Nazizeit überstanden hat. Das Waisenhaus wurde 1763 von Israel Lichtenstaedter gegründet der aus Prag nach Fürth kam und fähig war städtische Erkenntnisse in dörfliche Gefüge einzusetzen. Da die Gestapo das Waisenhaus für ihre Zwecke benutzen wollten, blieb der Gebäudekomplex erhalten. Der Betraum wurde Berichten gemäß als Kartoffel-Lager verwendet, was im Rahmen der Nazi-Verbrechen sicher zu den kleineren Verfehlungen gehören dürfte. In der Nachkriegszeit wurde die Synagoge notdürftig renoviert und erst 1967 vom Frankfurter Architekten Hermann Zvi Guttmann (1917-1977), der Deutschland –weit tätig war renoviert. Der damalige Vorsitzende der Gemeinde in Fürth Jean Mandel (Jehoschua Ascher b Jecheskel Mordechai HaLevi) 1911-1974, begraben am neuen Fürther Friedhof) sprach ganz zurecht von „einem Schmuckkästchen unter den deutschen Synagogen“. Guttmann baute auch eine Mikwe und renovierte die alte Laubhütte im zweiten Stock des Waisenhauses.

In der Nacht des Jom Kippur in diesem Jahr ( bzw. 18. September 2010) brannte es in der dieser Synagoge. Ausgelöst wurde der Brand offenbar ausgerechnet durch falsch platzierte Jiskor-Lichter, was keine verheißungsvolle Symbolik hat, doch kamen des nachts keine Menschen zu Schaden und der materielle hielt sich auch in Grenzen. Freilich denkt man sofort an das ונתנה תוקף aus der Keduscha des Mussaf (der Überlieferung gemäß auf Wunsch von Kalonimos ben Meschulam von Amnon aus Mainz verfasst), worin es auch heißt “…מי באש מי במים …” (wer durch Wasser, wer durch Feuer), gemeint ist „umkommen“, da es sich um die Tage des Gerichts handelt. Man kann auch umkommen durch das Schwert, durch Bestien, durch Hunger , Durst, Stürme, Erdrosseln oder Steinigung. Das entspricht den antiken Strafen, die ja nun bekanntlich nicht mehr praktiziert werden. Freilich sind die Gebote der Thora noch in Kraft und die himmlischen Urteile werden so sagen die Weisen in anderer Weise vollstreckt, wenn kein irdisches Urteil erfolgt.  Eine Delikt, dass früher mit einer Steinigung bestraft worden wäre kann demnach ein Unfall sein, an die Stelle wilder Tiere sind Autounfälle getreten. Das mag fatalistisch klingen, ist es aber nicht, da die Medien voll sind von Berichten über Brände, Verkehrsunfälle, Kriege, Überfälle, Naturkatastrophen und vordergründig mag eine Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr verhängnisvoller sein, als die Übertretung eines Gebotes der Thora. Die Botschaft von Jom Kippur besteht gerade darin, dass Umkehr, Gebet und Wohltätigkeit das schlechte Urteil aufheben können.

The Jewish community of Fuerth today uses the only synagogue which somehow survived the destruction of the Nazi. It is the prayer-room of the former orphanage asylum (Waisenhaus) established in 1763 by Israel Lichtenstaedter from Prague. The “Gestapo” (Secret States police) used the prayer-room as potato storage house. In 1967 the synagogue was renovated by Jewish architect Hermann Zvi Guttmann who constructed and restored many synagogues  and mortuaries all over Germany) . Last Yom Kippur the synagogue was damaged by (friendly?) fire caused by improperly placed Yiskor candles.

Memorial plate for “eternal remembrance”: At 22nd of March 1942 (4th of Nissan) the last 33 Jewish orphans and their teacher Dr. Isaak Hallemann were send to Izbica concentration camp in Lublin district Poland, where the Nazi used old Jewish grave markers from the local cemetery to build prisons. 

The white parochet for Rosh ha-shana from 5714 (1953/54) commemorates the six million

3 Responses to Die Synagoge von Fürth

  1. I’m curious to find out what blog system you are working with?
    I’m experiencing some small security issues with my latest website and
    I’d like to find something more safe. Do you have any
    solutions?

  2. Wow, fantastic blog layout! How long have you been blogging for?
    you made blogging look easy. The overall look of your website is wonderful, as well as
    the content!

  3. Joshua says:

    Excellent, compact and incorruptible as always.🙂

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: