חג שבעות שמח – happy shavuos in Augsburg


Im Innenraum der 1917 an der Halderstr. in Augsburg fertig gestellten Sysnagoge befinden sich an der Ostseite über dem Aron Kodesch (“heilige Kiste”), in welchem die Thora-Rollen ruhen, fünf Symbole zur Würdigung einige Festtage aus dem jüdischen Kalender. Unter diesen befindet sich auch eine Würdigung des Schawu‘ot-Festes, das übersetzt auch Wochenfest genannt wurde, reformerische Juden sprachen vor hundert Jahren sogar auch schon mal vom “jüdischen Pfingsfest”.

Eine Reformgemeinde war auch die Augsburger, was auch die Verwendung von bildlichen Darstellungen zum Ausdruck bringt. Zwar waren solche im traditionellen Judentum nicht exakt verboten, aber als überflüssig empfunden, da man bei genauer Überlegung aus ihnen keinen Mehrwert, wohl aber eine Ablenkung vom Gebet erwarten konnte.

Wochenfest - Festival of Weeks / Chana Tausendfels

( Depiction of Shavuot at the Eastern interior wall of the Synagogue of Augsburg, here in a painting by Chana Tausendfels. The Hebrew words מנחה חדשה בכורים refer to the aspect as Festival of Reaping and Day of the First Fruits, while the main character of the second of three pilgrimage festivals in the Tora is actually rather to commemorate the anniversary of the very day HaShem gave us the Torah.)

Das Schawuot- oder Wochen-Fest wurde dargestellt mit einer Ähre, passend zum Umstand, dass es um ein Erntefest mit landwirtschaftlichen Bezügen handelt, zumindest in Israel. Über der Ähre steht das Wort שבעות schawuot und im Umkreis die Worte  מנחה חדשה בכורים  was beides Bezug nimmt auf alternative Namen des Festes wie חג הקציר chag ha’kitzur oder יום הביכורים  jom ha’bikurim, „Fest der Ernte“ oder „Tag der Erstfrüchte“, zu dem eine neue Gabe מנחה חדשה mincha chadascha – gereicht wurde. An entsprechenden Passagen und Anspielungen in der Tora mangelt es nicht, weshalb unnötig wäre, eine hervorzuheben. Interessant im Zusammenhang mit der Augsburger Synagoge, erbaut immerhin von einer Gemeinde, die sich zumindest formell der sog. Reform verschreiben hatte, ist auch hier wieder der Bezug zum sog. Tempelopfer. Der weit geläufigere Bezug des Festes besteht in der Tora, die der Überlieferung gemäß an diesem Tag übergeben wurde, wie es in unseren Gebeten und Segnungen heißt als זמן מתן תורתנו – sman matan toratenu:

אנו מודים לה׳ בחג מתן התורה על אשר בחר בנו מכל העמים ונתן לנו את תורתו

In Gedenken daran ist es üblich, in dieser Nacht wach zu bleiben zum Studium der Tora. Ein weiterer Aspekt des Festes ist die Lesung מגילת רות der Schriftrolle Ruth, in Israel seit alters her vor allem auch relevant für all jene die aus freien Stücken zum Judentum konvertierten. Als prominentester Fall gilt Ruth aus Moab, den damaligen „Erzfeinden“ Israels, deren Enkel König David wurde.

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