Der jüdische Friedhof von Huerben – Krumbach


Tahara House of Huerben Cemetery

Tahara House of Huerben Cemetery

Das mittelschwäbische Hürben ist seit 1902 Teil von Krumbach. Erstmals im Jahr 1504 sollen vier jüdische Familien am Ort registriert worden sein, die wenig später Zuzug aus Donauwörth bekamen. Vor etwa zweihundert Jahren bildeten 450 Juden rund die Hälfte der Dorfbevölkerung und zugleich eine der größten jüdischen Gemeinden im heutigen Bayern, zudem das Gebiet der österreichischen Marktgrafschaft Burgau ab 1805 gehörte.

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Der jüdische Friedhof der Gemeinde Hürben wurde erst 1628 schriftlich erwähnt. Obwohl allem Anschein nach die Mauer sehr unregelmäßig gebaut und ausgebessert wurde, wird in den verfügbaren Ortschroniken nichts darüber erwähnt, von wann die Ummauerung stammt, bzw. ob und wie oft der Friedhof erweitert wurde. Das Tahara-Haus stammt aus dem Jahr 1898. Über einen Vorgängerbau ist heute vor Ort nichts bekannt. Der Friedhof umfasst nach Luftaufnahmen von Google Earth grob bemessen etwa 60 auf 55 m und somit eine Fläche von ca. einem Drittel Hektar. Es sind noch etwa 300 Grabsteine vorhanden, die sich fast ausschließlich im nordwestlichen Teil befinden.

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Die südliche Hälfte mit den ältesten Gräbern ist leergeräumt und gemäß den Angaben von Herbert Auer mit den Trümmern der zerstörten Hürbener Synagoge aufgeschüttet worden. Somit sind auch die ältesten Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind sämtlich zerstört oder verschwunden. Freilich hat es den Anschein, als ob zumindest im Bereich der Westmauer Grabsteine aus der Erde herausschauen.

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Am Hürbener Friedhof sind neben Ortsrabbinern auch zahlreiche Mitglieder der vorherrschenden Familien Guggenheimer und Landauer bestattet, aber auch die aus Pommern stammende Kantorentochter Hedwig Lachmann – Landauer, die u.a. als deutsche Übersetzerin von Oscar Wilde und Edgar Allen Poe Bekanntheit erlangte. Viele der vorhandenen Grabsteine sind von Schimmel befallen, manche der Inschriften sehr brüchig.

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer

One Response to Der jüdische Friedhof von Huerben – Krumbach

  1. Joshua says:

    very impressive pictures from the house

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