Keine Kokosnuss am Jüdischen Friedhof


Der Ausdruck “wie ein Affe am Schleifstein” besagt, dass man unbequem sitzt oder lächerlich aussieht, analog dazu kann man sich “zum Affen machen”, also sich lächerlich machen. Schleifsteine gibt es am Friedhof auch nicht, nur Grabsteine, merklich abgeschliffen zwar von Wind, Wetter und Vandalismus  … aber wenn einem nun der Affe laust, weil man inmitten dichten Gestrüpps und Bäumen, weit entfernt von den Mauern zwischen barocken Ulmo-Grabsteinen am jüdischen Friedhof das Notenblatt eines wahrscheinlich lustigen Affenliedes findet (wohl stammt es aus einer benachbarten Schule?), dann ist man   “verwundert”. Nicht im Sinne eines “Wunders”, sondern weil es “wunderlich”, sprich seltsam, ist.

Dort heißt es:

Die Affen rasen durch den Wald, den Grund verstehen alle bald. Die ganze Affenbande brüllt:

Wo ist die Kokosnuss, wo ist die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut.”

 

Das ist nichts, was man überbewerten kann, sondern nur ein weiteres Beispiel für das anhaltende Possenspiel am Begräbnisplatz historischer Rabbiner. Gewiss findet sich ähnliches auch auf christlichen Friedhöfen in Augsburg oder?

Wie auch immer: Die schlechte Nachricht ist, es wachsen keinerlei Kokosnüsse am Jüdischen Friedhof und kein Mitglied der berühmten Ulmo Famile wurde jemals verdächtigt eine Kokosnuss geklaut zu haben. Sie waren auch keine Affen und wir lassen sie auch nicht zu welchen machen.

 

where-is-the-coconut

NO COCONUTS AT THE JEWISH CEMETERY

Sich zum Affen machen”, in German means “to play the clown” (or: fool), likely because in German monkeys are regarded as fools or vice versa. It is ridiculous and absurd, if you will find between scrubs and trees a sheet of music with the text of a somewhat funny German monkey song – likely from a neighboring school.

“The monkeys raving in the wood the reason why’s soon understood

The whole caboodle lows:

 

 

 

 Where is the coconut, where is the coconut, who has nicked the coconut ..?”

 

No one will overvalue this of course – it’s just another example of the local antics played at the resting places of historical Rabbis. Sure you will find this also at Christian graveyards in Augsburg, or ..?

Anyway, the bad news is, there are no coconuts growing at the Jewish cemetery and no member of the renowned Ulmo family ever was suspected of having nicked a coconut. They of course were neither apelike nor fools.

 

 

 

 

6 Responses to Keine Kokosnuss am Jüdischen Friedhof

  1. yehuda says:

    Das ist angemessen 🙂

  2. ssssnake says:

    Stimmt, bei mir muss immer der Wind herhalten, ist auch nicht fair. Hiermit entschuldige ich mich beim Wind.

  3. yehuda says:

    @ ssssnake,

    ich weiß nicht, ob wir wirklich alles dem Wind anlasten können. Letztens haben wir ihn schon wegen eines Birkenasts verdächtigt …

    @ Joshua

    I had this in mind and of course it would be a somewhat suitable allegory … 😉

  4. ssssnake says:

    I agree.

  5. Joshua says:

    At best this reminds me of the Japanese pictoral maxim of ‘sanzaru’, the famous three monkeys which embody the proverbial principal of “see nothing, hear nothing and say nothing”, a widely known metaphor for sheer ignorance and disrespect.

  6. ssssnake says:

    Auf den christlichen Friedhöfen habe ich bisher keine Verschmutzungen gesehen, aber das liegt mM daran, dass diese täglich von den zuständigen städtischen Angestellten saubergehalten werden. Was ja in der Hooverstrasse eher nicht der Fall ist…

    Aber dieses Fundstück ist wohl wahrscheinlich “vom Winde verweht” und eher von der amüsanten Sorte. 😉

    Ich glaub, ich schau mir demnächst mal wieder das Dschungelbuch an…. ~wer hat die Kokosnuss geklaut~ *summt*

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