Ein Schutz-Schild für den Friedhof Kriegshaber ..?


 

Was lange währt, wird endlich gut, könnte man sagen, wenn es tatsächlich ein Schutzschild für den Erhalt des Jüdischen Friedhofs in Kriegshaber wäre, das wir nun nach langen Bemühungen erhalten haben. Zumindest aber kann es einen wichtigen Akzent setzen, um mutwillige Beschädigungen und Dummheiten einzudämmen.

 

Beim Besuch der gemeinsamen Delegation vom Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern unter der Leitung des Geschäftsführers Herr Dr. Andre Berkal und von Frau Dr. Daniela Heisel, Ministerialrätin im Bayerischen Innenministerium am 23. Juli nahm es nun aber doch Gestalt an, das lange überfällig Hinweisschild das den Wert des Friedhofs betont und darauf hinweist, dass Zerstörungen und dergleichen gesetzlich geahndet werden. Das wird natürlich nicht geschehen, weil das “Inventar” des Friedhofs so ziemlich jedem mehr oder midner egal ist. Interessiert es wen, wenn jeden Monat weitere teile von Inschriften jahrhunderte-alter Grabinschriften mutwillig zerstört werden? An-Alefbeten können sie nicht lesen. Wenn der Rasen zwischen Eingangstor und Haus regelmäßig gemäht wird, ist die Welt in Ordnung, der Friedhof gepflegt und an “Wiedergutmachung” genug geleistet.

Die angesprochenen Mängel der Mauer, die in vielen Teilen baufällig, ja einsturzgefährdet ist, wurden hingegen weitgehend ignoriert. Eine Sanierung sei zu teuer und würde wohl “weit über eine Million” kosten, so die einhellige Meinung der versammelten “Experten”. Dem hilt der Autor entgegen, dass es vorallem um einige stark beschädigte Teile ginge, besonders an der Südmauer und an den südöstlichen und südwestlichen Ecken, die man gewiss wesentlich billiger (wahrscheinlich würden eher 30.000 Euro reichen) gegen neue Steine austauschen könne. Das ginge nun gar nicht, weil sonst die Mauer insgesamt einstürzen würde. Das könne ein Historiker ja wohl auch nicht ermessen, dafür bräuchte man Statiker und deren Gutachten würden schon einige Tausend kosten. Dagegen half auch nicht der unleugbar sichtbare Hinweis, dass ab den 1950er bis 1970er Jahren doch schon mehrfach Teile der maroden Mauer durch Betonstücke ersetzt wurden. Dafür habe die Stadt kein Geld, die Staatsregierung nicht, der Landesverband nicht. Außerdem sei die Mauer ja weitgehend intakt. Und ein paar störende Äste könne man ja in Eigenarbeit beseitigen, wenn man seitens des JHVA doch so großen Wertdarauf legen würde.  Anstelle der bröckelnden Mauer die täglich von Kindern erklettert und belaufen wird, muss nun also das Schild den Schutz bewerkstelligen, ein Schutzschild also. Die Idee den Stacheldraht zu erneuern, der zuletzt 1980 erneuert wurde und von dem noch immer einige – für Kinder nicht ungefährliche Reste herumhängen – wurde empört zurückgewiesen. Zum einem erinnere dies an Konzentrationslager (… aha!), zum anderen sei das zu gefährlich. Für wen? Für die Kinder …

  

Die vom Ministerium nahegelegte Tafel lautet:

“Dieser Friedhof wird dem Schutz der Allgemeinheit empfohlen. Beschädigungen, Zerstörungen und jeder beschimpfende Unfug werden strafrechtlich verfolgt ( §§ 168, 304 StGB).”

Vielen Dank an Frau Dr. Heisel und  an das Innenminsterium auch an dieser Stelle.

Immerhin wird manchem in der Nachbarschaft damit vielleicht wenigstens klar, dass es sich um einen Friedhof handelt und nicht um einen Spielplatz, Sportplatz oder Müllhalde.

Vielleicht ist es etwas naiv zu glauben, dass man mit einem Schild und der Aufschrift “Einbruch verboten” auch ein Kaufhaus schützen könnte und sich fortan womöglich Wachdienst, Schlösser und Alarmsysteme sparen könnte. Aber man muss nicht immer alles “so negativ” sehen.

“Mit gutem Willen geht alles”, wie Herr Berkal sagte.

Wenn es denn nur so wäre.

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