Die Jüdische Gemeinde zu Steppach

October 19, 2009

Wir laden ein zu einem Vortrag zur jüdischen Gemeinde Steppach im Kontext des Friedhofs Kriegshaber – Pfersee und der Juden von Augsburg.

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch

Donnerstag, 29: Oktober 2009, 20.00 Uhr  

Veranstaltungsort: Pfarrsaal St. Raphael in Steppach

Internet: www.sanktraphael.de


Der jüdische Friedhof von Huerben – Krumbach

October 12, 2009
Tahara House of Huerben Cemetery

Tahara House of Huerben Cemetery

Das mittelschwäbische Hürben ist seit 1902 Teil von Krumbach. Erstmals im Jahr 1504 sollen vier jüdische Familien am Ort registriert worden sein, die wenig später Zuzug aus Donauwörth bekamen. Vor etwa zweihundert Jahren bildeten 450 Juden rund die Hälfte der Dorfbevölkerung und zugleich eine der größten jüdischen Gemeinden im heutigen Bayern, zudem das Gebiet der österreichischen Marktgrafschaft Burgau ab 1805 gehörte.

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Der jüdische Friedhof der Gemeinde Hürben wurde erst 1628 schriftlich erwähnt. Obwohl allem Anschein nach die Mauer sehr unregelmäßig gebaut und ausgebessert wurde, wird in den verfügbaren Ortschroniken nichts darüber erwähnt, von wann die Ummauerung stammt, bzw. ob und wie oft der Friedhof erweitert wurde. Das Tahara-Haus stammt aus dem Jahr 1898. Über einen Vorgängerbau ist heute vor Ort nichts bekannt. Der Friedhof umfasst nach Luftaufnahmen von Google Earth grob bemessen etwa 60 auf 55 m und somit eine Fläche von ca. einem Drittel Hektar. Es sind noch etwa 300 Grabsteine vorhanden, die sich fast ausschließlich im nordwestlichen Teil befinden.

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Die südliche Hälfte mit den ältesten Gräbern ist leergeräumt und gemäß den Angaben von Herbert Auer mit den Trümmern der zerstörten Hürbener Synagoge aufgeschüttet worden. Somit sind auch die ältesten Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind sämtlich zerstört oder verschwunden. Freilich hat es den Anschein, als ob zumindest im Bereich der Westmauer Grabsteine aus der Erde herausschauen.

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Am Hürbener Friedhof sind neben Ortsrabbinern auch zahlreiche Mitglieder der vorherrschenden Familien Guggenheimer und Landauer bestattet, aber auch die aus Pommern stammende Kantorentochter Hedwig Lachmann – Landauer, die u.a. als deutsche Übersetzerin von Oscar Wilde und Edgar Allen Poe Bekanntheit erlangte. Viele der vorhandenen Grabsteine sind von Schimmel befallen, manche der Inschriften sehr brüchig.

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer


Happy Suckot – ein frohes Hüttenfest!

October 2, 2009

Chag someach suckot, jomtef suckes someach allen Mitgliedern und Freunden des JHVA

chag suckot same'ach

chag suckot same'ach


שנה טובה ומתוקה

September 18, 2009
 והיה כעץ שתול אשר פריו יתן בעתו

והיה כעץ שתול אשר פריו יתן בעתו

 

Dear friends

 The Hebrew letters to abbreviate the number 770 ( תשע– tav, shin, ayin) pronounced as a word is tisha what again makes a numeral: nine or as ha-ti-sha it is the 9th … a fact some interpreters attach value or importance to …

However: We wish all members and friends of the Juedisch Historischer Verein Augsburg (JHVA) and all of their relatives a sweet but yet healthy festival of New Year only blessed by HaShem, the appropriate and essential reflection during the “ten awe-ful days” and good final signatures in the opened books for a happy and just year to come.


schana towa 5770

September 17, 2009

Schalom und Grüß Gott

wir wünschen ein frohes und gesegnetes Neujahr 5770

Die hebräische Schreibweise der abgekürzten 770 (tav-shin-ayin) ergibt das Wort ti-schá = 9 (Zahl), oder ausgeschrieben ha-ti-scha, der, die 9. – ein Umstand (oder zwei?), dem einige Interpreten eine besondere Bedeutung beimessen.

Wie auch immer: wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg sowie allen ihren Angehörigen ein süßes und trotzdem gesundes und nur von Gott gesegnetes Neujahrsfest, die nötige Besinnung in den “zehn schrecklichen Tagen des Gerichts” und gute abschließende Unterschriften in den geöffneten Büchern für ein angemessenes und gerechtes kommendes Jahr.

schana towa, schalom ve bracha

והוא ישפט־תבל בצדק ידין לאמים במישרים׃

Glasfenster im Dom zu Augsburg

Glasfenster im Dom zu Augsburg

и Он будет судить вселенную по правде, совершит суд над народами по правоте

Der alte Jüdische Friedhof an der Thalkirchner Straße in München Sendling

June 30, 2009
"Betreten auf eigene Gefahr !"

"Betreten auf eigene Gefahr !"

Grabreihe am alten Münchner Friedhof
Grabreihe am alten Münchner Friedhof
Kohen Emblem des Harry Kohenstamm 1841 - 1886
Kohen Emblem des Harry Kohenstamm 1841 – 1886

 

Bis zur formellen Gründung einer jüdischen Gemeinde in München 1815 begruben Münchner Juden ihre Toten am Friedhof Kriegshaber-Pfersee, darunter die ersten Führer und Rabbiner der zunächst noch inoffiziellen Gemeinde in der Residenzstadt, wie Schimon Wolf Wertheimer, ältester Sohn des berühmten Rabbiners und kaiserlichen Hoffaktors in Wien, Schimschon Wertheimer oder Abraham Uhlfelder, dessen Nachkommen in München das Kaufhaus Uhlfelder am Oberanger gründeten und zuletzt der Gelehrte Rabbi Loeb Gumperts im September 1815.

 

1816 eröffnete der Friedhof an der Thalkirchner Straße 240 im Münchner Stadtteil Sendling (U3 Brudermühlstr.), da jedoch mit München auch die jüdische Gemeinde der Stadt rasch anwuchs, wurde der Grabplatz 1854, 1871 und zuletzt schließlich 1881 erweitert. Im Jahr darauf wurde das alte Tahara-Haus abgerissen und durch ein großes neues am Südende ersetzt. Ein Vierteljahrhundert danach, als es keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr gab, bekam die Münchner Gemeinde im Stadtteil Freimann einen neuen Friedhof. Der nunmehr alte Friedhof wurde seitdem eher nur noch sporadisch genutzt. Das letzte Begräbnis fand jedoch fand erst im Jahr 2003 statt.

 

Die Gräber sollten sicher nach Jerusalem ausgerichtet werden, was den Planern aber offenkundig misslang, weshalb sie stattdessen eher nach Rom, genauer gesagt Richtung  Venedig, Sizilien und Malta zeigen – aber dieses Orientierungsproblem ist leider typisch für zahlreiche jüdische Gemeinden in dieser, aber auch folgender Epochen. Der Grundriss des Friedhofs entspricht etwa einem unregelmäßigem Pentagon. Entlang der namensgebenden Thalkirchner Straße, an der sich auch das große Haupteingangstor befindet, misst der Friedhof 180 m. Nördlich schließt sich im rechten Winkel an der Blyerstraße eine etwa 70 m lange Mauer an. Die folgenden Mauerstücke sind jeweils 130 m, 100 und 80 m lang, woraus sich eine Gesamtlänge der gut erhaltenen Mauer von ca. 560 m ergibt. Die Fläche beträgt damit etwa 2.5 ha. Der Friedhof selbst nun ist in insgesamt 35 wiederum unregelmäßige, nicht ganz logisch gegliederte Sektoren eingeteilt, die vor Ort durch kleine nummerierte Ecksteine gekennzeichnet sind. Der Sektor 11 in der Mitte des Friedhofs ist der älteste Teil um den herum im Laufe der Zeit erweitert wurde. Der daran nördlich angrenzende Bereich der früheren Tahara ist freigeblieben.

 

Monumentales Grabmal von Max und Therese Heilbronner im maurischen Stil

Monumentales Grabmal von Max und Therese Heilbronner im maurischen Stil

 

Der Friedhof verfügt über ca. 5300 Gräber, von denen viele ältere aus dem früheren 19. Jahrhundert nicht gut erhalten sind. Der stellenweise dichte Baumbewuchs jedoch geht nur in seltenen Fällen auf Kosten der vorhandenen Grabsteine, was mancherorts leider ganz anders ist. Dies spricht für eine kontinuierlich gute Pflege des Areals, für die die seit 1917 ansässige Familie der selbst schon seit 1965 vor Ort tätigen Friedhofswärterin Johanna Angermeier verantwortlich zeigt. Sie hütet auch ein 1882 in grober alphabetischer Ordnung erstelltes Grabbuch, das auf einem älteren, inzwischen verschollenen Friedhofsbuch basiert. Freilich stimmen die Angaben des Buches stichprobenweise nicht immer mit den Angaben auf den erhaltenen Grabsteinen überein, während ausschließlich in hebräischer Sprache notierte Steine dem Anschein mitunter nach ganz fehlen. Trotzdem bietet das Buch mittels Angabe einzelner Sektoren, Reihen und Grabnummern eine gute Orientierungshilfe für das Auffinden einzelner Grabplätze. Da eine Dokumentation des Friedhofs offenbar fehlt, wäre es freilich wünschenswert, dass die Angaben des Buches allgemein zugänglich wären, etwa im Internet, um Angehörigen und Genealogen die Forschung zu erleichtern.  Freilich stehen nicht alle Grabsteine heute auf ihrem ursprünglichen Platz und eine Reihe von Steinen fehlen ganz, da sie in der Nazi-Zeit geraubt wurden, so man sich nicht damit begnügte die in den 1940ern als „kriegswichtig“ erachteten metallenen Buchstaben zu entfernen und einzuschmelzen. Aber auch dies ist keine Münchner Besonderheit. Dann schon eher ein auf dem Kopf stehend wiedererrichtete Stein des Israel Neustetter.

grave marker upside down

grave marker upside down

Die ältesten erhalten Grabsteine weisen noch eine bis dato als schicklich erachtete Schlichtheit auf, die bald ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Stil der Neugotik und des Second Empire übergehen, ehe diese sich zur Jahrhundertwende in teilweise protzig wirkenden, gelegentlich aber durchaus kunstvoll (etwa im maurischen oder Jugendstil) wirkenden Monumenten verliert, die bekanntlich charakteristisch für im Großbürgertum aufgegangene liberale jüdische Gemeinden waren. 

 

Neben zahlreichen Angehörigen der Familien Strauß, Hirsch auf Gereuth, Aufhäuser, Einstein, Schülein, Obermayer, Feuchtwanger, Westheimer und Wertheimer finden sich auch Grabmale von Rabbinern wie Hirsch Aub (1795 – 1875) oder Dr. Josef Perles (Peretz ben Baruch Ascher) 1835 – 1894), der von 1871 bis zu seinem Tod Rabbiner der Israelitischen Cultusgemeinde in München und Autor zahlreicher profunder Artikel zur Geschichte und Religion des Judentums war – beispielsweise über „Das Memorbuch von Pfersee“ (1873). Der prominenteste Name am Friedhof an der Thalkirchner Straße dürfte wohl der des Karl Marx sein, jedoch handelt es sich hier nur um eine zufällige Namensgleichheit.

 

grave marker of Rabbi Dr. Josef Perles s.A.

grave marker of Rabbi Dr. Josef Perles s.A.

Da die Münchner wie auch die noch viel später gegründete Augsburger jüdische Gemeinde in nicht unwesentlichen Teilen aus Mitgliedern der schwäbisch-burgauischen Gemeinden von Pfersee, Steppach und Kriegshaber rekrutiert wurden, finden sich selbstverständlich zahlreiche Belege familiärer Bezüge.  Neben den bekannten Namen wäre dies z.B. Mathilde Skutsch (1866 – 1929), die mit ihrem Gatten Julius Ulrich (1854 – 1927), seineszeichens Senatspräsident bestattet wurde. Die Hinterbliebenen des im Juni 1846 im Alter von 85 Jahren verstorbenen und im Sektor 15 begrabenen Isaak („Eisik“) Welsch etwa betonten noch stolz die Herkunft des Verstorbenen aus Steppach.

crumbling inscription

crumbling inscription

Haupttor des alten Münchner Friedhofs

Haupttor des alten Münchner Friedhofs


Städtischer Besuch am Friedhof Kriegshaber

April 22, 2009

Am Spätnachmittag des 6. April erhielten wir am Jüdischen Friedhof in Kriegshaber Besuch einer kleinen städtischen Kommission, um die aktuelle Situation des Geländes und dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes zu besprechen.

Frau Dr. Maria Dober, Leiterin des städtischen Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen mit ihrer Assistentin, die Stadträtin Regina Stuber-Schneider, Mitglied des Augsburger Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschusses und Herr Rainer Schaal, Referent für Umwelt und Energie, Forsten, Öffentliches Grün, Naturschutz, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, Friedhofs- und Bestattungswesen (“Referat 2″) der Stadt Augsburg vergegenwärtigten sich bei einer ausführlichen Begehung des Geländes und der unmittelbaren Umgebung der problematischen Situation des Friedhofs.

Um den Bestand des unter Denkmalschutz stehenden Friedhofs zu gewährleisten wurden Sicherheitsmaßnahmen besprochen und vereinbart, die dazu beitragen können, die Lage künftig zu verbessern und weitere Beschädigung der historisch, kulturell und religiös einzigartigen Stätte durch Vandalismus und Nachlässigkeit entgegenzutreten. Die städtischen Vertreter erkannten ihren Teil der Verantwortung und versprachen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeiten das erforderliche zu veranlassen.

yehuda, margit hummel, rainer schaal, dr. maria dobner, regina stuber-schneider, Mitarbeiterin von Dr. Dobner

yehuda, margit hummel, rainer schaal, dr. maria dobner, regina stuber-schneider, Mitarbeiterin von Dr. Dobner

6th April – in the afternoon we had a visit by a small municipal delegation of the City of Augsburg to survey the Kriegshaber Jewish Cemetery and to discuss much-needed arrangements and measures to preserve the centuries-old cultural heritage of the renowned Swabian Jewry.

 

 

 

"something must be done"

"something must be done"

 

 

The municipal representatives, headed by Rainer Schaal who is member of the City government of Augsburg, recognized their part of responsibility and promised to do everything necessary within their capabilities and competencies in the nearer future.

 

 

 

"we will do our best"

"we will do our best"

היה לנו ביקור של משלחת המוניציפלי של העיר אוגסבורג

נידונו הסדרים כדי להגן על בית קברות יהודי

 

"we need to ensure accountability"

"we need to ensure accountability"

 

(pictures by Elena Asnis)


Happy Passover

April 7, 2009

חג פסח שמח

 

A happy and healthy passover season to all our members and friends all over the world, to you and yours

!..  Allen Mitgliedern und Freunden ein Frohes Pessach – Fest
… 
colored woodcut illustration

colored woodcut illustration

The picture shows a 70 to 50 cm painting basing on the famous scene of the Four Sons from Chaim Shachor’s woodcut illustrated Augsburg Passover Haggadah from 1534 (which bases in most parts on his previous Prague edition from 1526, but of course has some very special features and peculiarities.

Das Bild zeigt eine kolorierte Nachbildung der berühmten Szene der “Vier Söhne” aus der Augsburger Pessach-Haggada von Chaim Schwarz (Schachor) aus dem Jahre 1534, die bei wesentlichen und bedeutenden Ausnahmen in vielen Teilen freilich auf der acht Jahre zuvor von ihm in Prag herausgegebenen Haggada (http://en.wikipedia.org/wiki/Haggadah_of_Pesach) basiert.

 

 ευτυχισμένη Φεστιβάλ εβραϊκό Πάσχα  ..!


Bier: koscher und rein soll es sein

March 26, 2009

augsburger-allgemeine-032609-koscheres-bier4 

(Bericht der “Augsburger Allgemeinen”, 26. Maerz 2009, Kriegshaber/Pfersee/Oberhausen)

Peter Engelsmann, Augusta-Brauerei Augsburg

Peter Engelsmann, Augusta-Brauerei Augsburg

Besten Dank nochmal an unsere Gastgeber Pfarrer Groll und Referent Gruber von der katholischen St. Thaddhäus Gemeinde in Kriegshaber und an Herrn Engelsmann von der lokalen und unabhängigen Augusta Brauerei, sowie an Frau Langer von der AZ und an alle Gäste und Freunde.

beer for the chosen people

beer for the chosen people


Jüdische Bier- und Brauer-Geschichte

March 12, 2009

Juden und Bier, das scheint für viele keine geläufige Kombination zu sein.

Tatsächlich aber ist es eine alte, bewährte, koschere Verbindung, die aus der Antike über den Talmud, das Mittelalter bis in die Neuzeit und Gegenwart reicht … und zudem auch interessante lokale Bezüge hat.

Zum Beginn der bayerischen Starkbier-Saison lädt der JHVA zu einem Vortrag über einige jüdische Apsekte des “5. Elements der Bayern” ein. Freilich nicht ganz bierernst und auch nicht trocken und bloß theoretisch.

Wann?

Dienstag 17.03.2009

ab ca. 19:30 Uhr

Wo?

St. Thaddäus-Zentrum 

Wolfhard-Saal
Madisonstraße 12
86156 Augsburg (Kriegshaber)

Die Herren werden gebeten ein Weizenglas mitzubringen.

 

יש מכבי יש חברים

יש מכבי יש חברים