Kurzstopp in Thannhausen

May 20, 2011

Auf dem Weg von Kirrberg/Balzhausen kamen wir heute kurz durch Thannhausen, wo es nach geläufiger Ansicht bereits um 1400 eine jüdische Gemeinde und im 16. Jahrhundert eine jüdische Druckerei  gab. Ein Machsor aus dem Jahre 1592 befindet sich in Oxford. In Thannhausen hingegen erinnert eine Tafel an einer Kirche an die frühere Synagoge und eine namentliche Judengasse gibt es auch.

A short stint at Thannhausen in Swabian Bavria, 24 km from Guenzburg and another 30 from Augsburg, where has been a Jewish community in 15th century until 1720s. Allegedly the Jews from Thannhausen then moved to Huerben.

We only had some tewenty minutes but it whet our appetite for a future sojourn to another place of Jewish history in former Austrian Swabia.


בעיצומן

December 19, 2010

אני הולך בעיר הגדולה

גגות עכור בערפל שמה

עם העבודה של היום בראשי

אלף אנשים הולכים על דרכי

 

אני לא יודע את כולם – מי הם
יש להם גורל בלב כמוני 
הדאגות שלהם הם זרים לי 
כמו אותם הדופק שלי

הערפל טיפות וכולנו ללכת
אין ברק האיר העמוק בינינו
אם כולנו זוכרים את המילה
ימות ברוח, ואף אחד לא יודע האחרים

העדוויג לאכמאן לאנדאוער 

Jewish Cemetery Huerben Krumbach – Dream Landscape – juedischer Friedhof Huerben Krumbach

 

Hedwig Lachman Landauer: Unterwegs

(Ich wandre in der großen Stadt. Ein trüber Herbstnebelschleier flattert um die Zinnen. Das Tagwerk schwirrt und braust vor meinen Sinnen, Und tausend Menschen geh‘n an mir vorüber. Ich kenn sie nicht. Wer sind die Vielen? Tragen Sie in der Brust ein Los wie meins? Und blutet Ihr Herz vielleicht, von mir so unvermutet, Als ihnen fremd ist meines Herzens Schlagen? Der Nebel tropft. Wir alle wandern, wandern. Von dir zu mir erhellt kein Blitz die Tiefen. Und wenn wir uns das Wort entgegenriefen Es stirbt im Wind und keiner weiß vom andern.)

(1919) (Hebrew Translation בעיצומן Yehuda Shenef, 2009)

Hedwig Lachmann Landauer (1865-1918)

German-Jewish Poet and translator, daughter of the Chazan (cantor) of Swabian Jewish community Huerben (now Krumbach), married to Gustav Landauer (1870-1919), also translator – both translated together Oscar Wildes “Dorian Grey” into Geman – and political activist and one of the main thinker of anarchism in Germany, who had been executed as member of a Sovjet government in Bavaria.

His wife Hedwig however had her school education in Augsburg and had her exam age 15. She also wrote a number of than much noticed poems, which today of course (?) are forgotten.

An interesting fact however is that Gustav and Hedwig Landauer are the maternal grandparents of Academy Award winning director Mike Nichols (born 1931), famous for many movies, from “Whose afraid of Virginia Woolf” , “The Graduate”, “Catch 22” until “Charlie Wilson’s War”. 


US Botschafter Peter Rosenblatt auf den Spuren seiner schwäbischer Vorfahren

June 6, 2010

Der frühere US-Botschafter und außenpolitische Berater von US Präsident Barack Obama Peter Rosenblatt aus Washington D.C. besuchte uns kürzlich mit seiner Frau Naomi Harris Rosenblatt in Augsburg und begab sich mit uns auf die Spurensuche nach der langen Geschichte seiner Vorfahren in Bayerisch-Schwaben. Sein mütterlicher Urgroßvater Isidor Untermayer (1811-1860) wanderte 1841 nach Lynchburg, Virginia aus, wo er dem Ruf seines mütterlichen Cousins Salomon Guggenheimer aus Hürben (Krumbach) folgte. Isidors Mutter Jette Guggenheimer (1771-1839) stammte gleichfalls aus Hürben, war aber zu ihrem Mann den Metzgermeister Isaak Mayer Untermayer (1761-1838) nach Kriegshaber gezogen, wo sie unweit der Synagoge ein Haus mit Ladengeschäft besaßen. In Virginia änderte der junge Immigrant die Schreibweise seines Namens in Isadore Untermyer und heirate die gleichfalls aus Hürben stammende Therese Landauer (1827-1895). Nachdem Isadore für die Südstaaten am Amerikanischen Bürgerkrieg teilnahm und früh verstarb zog die Witwe mit den Kindern nach New York City, wo die Guggenheimer und Untermyer als Anwälte zu Ruhm und Ansehen kamen. Samuel Untermyer (1858-1940), in Virginia geborener Sohn von Isidor und Jette war einer der Mitbegründer der US Notenbank Federal Reserve und einflussreicher Berater verschiedener US Präsidenten, engagierter Zionist und entschiedener Gegner der Nazis in Deutschland. Peter Rosenblatt nun ist der Enkel von Samuel Untermyers Schwester Addie, welche den späteren US Diplomaten Laurence Steinhart ehelichte, der u.a. US Botschafter in der Sowjetunion zur Zeit des Hitler-Stalin-Paktes und in der Tschechoslowakei während der Benesch-Dekrete war.

In Kriegshaber sind von den Grabsteinen der Untermayer-Familie nur wenige Bruchstücke erhalten geblieben. Interessanterweise sind es aber gerade Überreste der Grabplatte seiner mütterlichen Urgroßeltern die die Zerstörungen der letzten 170 Jahre überdauerten, während die meisten anderen Untermayer-Grabplatten zerstört wurden.  Sie befindet sich eingemauert im Monument neben dem Eingang des Friedhofs, welches der verbreiteten Legende gemäß nach dem Krieg von amerikanischen Soldaten aus herumliegenden Grabsteinen zusammengebastelt worden sein soll, als Mahnmal für die Toten des Holocausts. Tatsächlich waren es jedoch deutsche Steinmetze der schwäbischen Bildhauer- und Steinmetzinnung, die erstaunlich passgenau und ohne Reste das Monument zusammensetzten. Sechzig Jahre später ist zumindest diese eine Inschrift noch sichtbar und zu rekonstruieren – es ist zu vermuten, dass die Inschriften der anderen Steine mit der Schriftseite in das Dokument eingefügt wurden. Überraschend ist, warum die vorhandene Inschrift in den Jahrzehnten vor der Dokumentation des JHVA niemanden aufgefallen war, obwohl davon ausgegangen werden muss, dass der Erhaltungszustand der Inschrift 1945 sicher besser gewesen sein muss als nun 2010. Glücklicherweise ist nun aber nicht nur die Grabplatte teilweise erhalten, sondern auch der Grabplatz von Peter Rosenblatts schwäbischen Urgroßeltern bekannt, weshalb der Botschafter verständlicher Weise anregte, dass beides zusammengefügt werden sollte, um eine Erinnerung an seine Vorfahren am Platz ihres Begräbnisses zu ermöglichen.

Wir konnten den Rosenblatts zahlreiche weitere Verwandte am Friedhof aufzeigen, wie etwa die Kahns aus Steppach. Bei den Kriegshaber Untermayer wie bei den noch zahlreicher vertretenen Obermayer aus Kriegshaber handelt es sich um Seitenzweige der alteingesessenen Ulmo-Familie aus Pfersee, deren charakteristische Gräber einen größeren Anteil des ältesten Teils des  Friedhofs belegen. Folglich vergrößert sich entsprechend auch die Anzahl der direkten Vorfahren des Botschafters auf dem Gräberfeld an Hooverstraße. Nicht anders verhielt es freilich beim Besuch in Hürben. Wie unser Führer Herr Herbert Auer erläuterte, sind die Familien Guggenheimer und Landauer – Töchter beider verheirateten sich mit Kriegshaber Untermayers – auf dem dortigen Friedhof dominierend, weshalb auch hier die über Generationen reichende Verwandtschaft umfangreich und beeindruckend ist. In Kriegshaber und Huerben besuchten wir noch die ehemaligen Wohnviertel und Häuser der Guggenheimer, Landauer und Untermayer, sowie die jeweiligen Überreste der früheren Synagogen. Peter und Naomi Rosenblatt zeigten sich sehr beeindruckt und fasziniert von der Vielzahl der Informationen, aber auch von der oft schlichten Schönheit der Landschaft und der in Hürben in gelungener Weise restaurierten ehemaligen Wohnhäuser.

photos (c) by jhva (Margit Hummel, Yehuda Shenef)


Verlorene Orientierung

February 19, 2010

synagogue of kriegshaber - detail

The Thora – Ark of the former Synagogue of Kriegshaber, Ulmerstr. 228, which is (same as in Augsburg or Munich and other than the former synagogue of Pfersee) oriented strictly to the East (Vienna, Budapest or Teheran) and not towards Jerusalem. Obviously a typical “lost in translation” – mistake on the basis of  Mizrach orientation plates used by Sephardi Jews in Northern Africa to indicate the praying direction towards Jerusalem in the household. In Middle Europe of course this custom is senseless and stupid, since Jerusalem now isn’t in the exact East, but rather sourtheastern direction. From South Bavaria, for instance Augsbur or Munich towards East you will pray to Teheran or Kabul.

torah ark synagogue of Kriegshaber

Der Thoraschrein – Erker auf der Ostseite der bis 1942 von der jüdischen Gemeinde in Kriegshaber benutzten ehemaligen Synagoge in der Ulmerstr. 228 -

Ausgerichtet ist er strikt nach Osten, und damit nicht Richtung Jerusalem, wie es sein sollte, sondern Richtung Wien, Baku oder Kabul. Dieser Fehler ist in vielen moderneren Synagogenbauten zu beobachten, so auch in der Augsburger Synagoge in der Halderstr. von Landauer und Lömpel aus dem Jahr 1917.

Die Erklärung für diese verloren gegangene und in der Aktalität auch nicht wiedergefundene Orientierung ist der, in sefardischen Familien Nordafrikas gebräuchliche “misrach”, ein oft kalligraphisch und mit Ornamenten geschmückter Zettel mit dem Wort “misrach” für Osten, der an der Zimmerwand im Heim die Gebetsrichtung nach Jerusalem anzeigte. Aus der Perspektive von Nordafrika ist das verständlich und sinnvoll, da Jerusalem tatsächlich im Osten liegt. In Mittel- oder Nordeuropa führte der Misrach jedoch in die Irre, da Jerusalem nun je nach dem deutlich mehr süd-östlich als strikt im Osten liegt.

Erstaunlicherweise kannten die meisten Erbauer mittelterlicher Synagogen in Europa dieses Orientierungsproblem nicht. Die Synagogen in Worms oder Augsburg waren wie später auch noch die  Synagoge von Pfersee in der Region exakt auf Jerusalem ausgerichtet. In Kriegshaber aber klappte das schon nicht mehr – und ob der in den 1840ern geplante Neubau auf der anderen Straßenseite dies anders gehandhabt hätte, ist fragleich. Die geplante orientalische Fassade allein, wäre kein ausreichendes Indiz, wie der Blick in die Region belegt. Aber auch in Augsburg, wo man ein freies Baugelände zur Planung und Ausführung hatte, klappte es nicht, ebensowenig wie zuletzt beim Bau der neuen Synagoge “Ohel Jakow”  in München am Jakopsplatz wo es noch nicht mal die Notwendigkeit gab, die Außenfassade an eine Straßenführung anzupassen und somit jede Ausrichtung freistand. Aber die synagogale Architektur der europäischen Neuzeit hat oft anderes im Sinn, als zumindest den grundlegenden Erfordernissen zu entsprechen. Selten haben in der Neuzeit deutsch-jüdische Bauherren etwa bei ungünstigen Grundstückslage ihren Synagogenbau so konzipiert, dass er trotzdem dem Erfordernis der passenden Ausrichtung entsprach, etwa das bemerjenswerte Beispiel von Leipzig.

Der Architekt Daniel Libeskind, der demnächst in Augsburg geehrt werden soll, wird auch mit dem Neubau einer weiteren Synagoge in München in Verbindung gebracht, die der neu gegründeten “liberalen” Gemeinde gehören soll. Immerhin haben sie – vor Planungs- und Baubeginn – die noch theoretische Chance, ihr Vorhaben passender auszurichten.

 towards Kabul instead of Jerusalem Orientation of Synagogue Augsburg (on the basis of Google Earth)

misrach Hürben

Scherenschnitt – Misrach aus der rekonstuierten Sucka des Heimatmuseums in Hürben / Krumbach.

אם־אשכחך ירושלם תשכח ימיני׃

“The more you know who you are, and what you want, the less you let things upset you.” (Bob Harris/ Bill Murray: Lost in Translation”)

praying towards Kabul

Ausrichtung der neuen Synagoge am Sankt Jakobs – Platz in München nach –> Baku und Kabul


The Ehrlich Ariston at Huerben Krumbach

February 9, 2010

As a commentor Löwy pointed out a while ago on January 15, the remarkable device we have seen at the Heimatmuseum of Huerben Krumbach is an  Ariston reed organ, probably manufactured by Ehrlich in Leipzig, Germany.  Many thanks for the hint ..!

http://www.museum.krumbach.de/ (Mittelschwäbisches Heimatmuseum Huerben Krumbach)

Dem Hinweis von “löwy” vom 15. Januar 2010 verdanken wir die Information, dass es sich bei dem eindrucksvollen Gerät, welchs wir beim Besuch im Heimatmuseum in Hürben / Krumbach sahen um ein Ehrlich ARISTON (benannt nach dem Vater des griechischen Philosophen Platon …?)aus Leipzig handelt. Die deutsche Bezeichnung  des Geräts nennt sich u.a. Lochplatten-Spieldose, Organette, Drehorgel, Klangmaschinen, usw. Vom ARISTON wurden zwischen 1880 und 1910 rund eine halbe Million Exemplare hergestellt. Der Entwickler Paul Ehrlich ist nicht identisch mit dem gleichnamigen Chemiker, Serologen und Nobelpreisträger der Medizin von 1908, dessen Abbild es auf die kurzlebige 200-DM-Banknote schaffte.   

Technische und weiteführende Informationen dazu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ariston_(mechanischer_Musikautomat)

http://klangmaschinen.ima.or.at/db/db.php?id=28&table=Object&lang=de (Musikprobe)

Eine weitere musikalische Kostprobe des Instruments mit Video gibt es bei youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=VHCjLhwgYUk 

Das war bestimmt lustig zu Hause bei den Landauers im beschaulichen Huerben und man kann sich gut vorstellen, wie der jüdische Hausvater wütend an die Tür seines Sohnes klopfte, weil das selbe Musikstück bereits zum achten mal lief und man sich im Wohnzimmer nicht mit den Gästen unterhalten könnte. :-)


The old Jewish Cemetery of Ichenhausen

December 3, 2009

The Jewish Cemetery of Ichenhausen (some 10 km south of Guenzburg, 10 km north of Huerben/Krumbach and 25 km west of Ulm) in the Bavarian part of Swabia, as it is said goes back to 1567. The oldest preserved grave marker however is believed to be that of Chaim bar Shmuel from Adar 5505 (February 1745).

The cemetery was extended about 1730 and 1810 and slopes upward in 8 to 13 rows of grave markers. The Gerstle family obviously was the predominant one in Ichenhausen. At the foot of the hill outside the graveyard runs a rail line called the “Jew slide” (Juden-Rutsch) by the (older) locals. But beyond any doubt the name also would go together with the situation of the old grave markers on the partly steep hill. Some stones already are smashed and their fragments lie all over the place. Dozens of tomb stones – still standing, but in danger of collapsing – now are marked by red-white barrier tape, but there also are groups of stones already smashed by an huge toppled tree.

A common allegation (source is unknown) says that there are 7000 or 8000 graves at the cemetery. All three parts of the cemetery are almost entirely occupied. At the oldest part in the middle there of course a huge gaps, but since the cemetery was extended two times to the left and the right, it is clear that all places were occupied. About 950 grave markers or fragments are left, what is a high rate. We cannot assume that the hills arose because it was buried in several layers one upon the other. So unless no other older parts of the cemetery had “disappeared” outside the chain-link fenced area, for example under an nearby miniature golf course – there of course were no more than 1200 or 1300 graves at the cemetery.

At the entry there is a Tahara house. According to a witness it was built in 1934 or 1935 by the “Jewish Youth of Ichenhausen” a group not mentioned by name apart from that. Inside the rotunda crowned by a conical roof there is a Hebrew inscription dedicated by survivors to the 6 million victims of fascism, the compatriots of the people of Israel murdered in the time from 1939 to 1945:

לזכרון

לזכרון לקדושי העם

 שנפלו חלל ע”י הפשיזם  

6 יזכר עם ישראל את

1939 – 1945  מיליון הקרבנות

 

 


Huerben Krumbach: Einblicke in Wohnen und Kultur der Juden in Schwaben

October 23, 2009
Heinrich Sinz Str. 3 - 5 - 86381 Krumbach

Heinrich Sinz Str. 3 - 5 - 86381 Krumbach

Einige Eindrücke, wie es sich in den alten Häusern der Huerbener Juden im 19. Jahrhundert leben ließ vermittelt das Mittelschwaebische Heimatmuseum in Krumbach, das seit 1950 in einem ehemaligen jüdsiche  Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Besonderes sehenswert sind dabei vorallem die Räume “zur bäuerlichen und bürgerlichen Wohnkultur” da diese am ehesten geeignet sind, uns heutigen Menschen eine Vorstellung über eine um 200 Jahre zurückliegende Zeit zu vermitteln.

fireplace with utensils

fireplace with utensils

bedroom, note the cross at the wall

bedroom, note the cross at the wall

19th century Swabian domestic living

19th century Swabian domestic living

washing facility for dwarves

washing facility for dwarves

atumn booth under gable roof

atumn booth under gable roof

The Museum of Middle-Swabian Local History (Mittelschwaebisches Heimat Museum)  in Krumbach placed in a former Huerben Jewish town house shows quite interesting exhibitions what convey some impression what housing and livelihood were like in early 19th century rural Bavarian Swabia.

so to say the rest-room

so to say the rest-room

Mittelschwaebisches Mueseum Krumbach

Thursday to Sunday 14 to 17 and by arrangement

Heinrich-Sinz-Str. 3 – 5

86181 Krumbach

Tel. 08282 – 3740  — Fax 08282 – 3730

www.museum.krumbach.de/index.php 

Another highlight certainly was this device we unfortunately had no time to ask for

sure it rocked the booth

sure it rocked the booth


The Synagogue Memorial of Huerben Krumbach

October 20, 2009
mehr als 400 Jahre Ortsgeschichte

mehr als 400 Jahre Ortsgeschichte

 

Juden in Huerben sind erstmals im Jahre 1433 erwähnt, sicher bezeugt sind sie am Ort um das Jahr 1504. Einige Jahre später, 1518 lassen sich einige der aus Donauwörth ausgewiesenen Menschen in Huerben nieder. 1580 sind acht Familien registriert, um 1600 waren es 12. Eine Synagoge ist erst 1675 urkundlich rekonstruierbar, was natürlich nicht heißen muss, dass die kleine, wachsende Gemeinschaft zuvor ohne Gebetsstätte auskam. 1710 und 1765 wurde diese Synagoge erweitert. 1819 entstand ein Neubau, der zuletzt im Jahre 1908 saniert wurde. Dreißig Jahre später wurde die Synagoge am 11. November überfallen und geplündert und hernach als „Heulager“ missbraucht. Nachdem das Gebäude 1939 in Brand geriet – sei es durch Brandstiftung oder wegen des Heus – brachen es die Ortsherren 1942 ab.

real remnants or replication ..?

real remnants or replication ..?

Heute erinnert in der Synagogenstr. in Krumbach – Huerben ein Denkmal an das ehemalige Gebäude. Neben einer Mauerecke und einem Gedenkstein zeichnet Markierung den auf die Verkehrsstraße hineinreichenden Grundriss der Synagoge nach.  

Huerben Synagogue Memorial

Huerben Synagogue Memorial

 

Gedenkstein für die ehemalige Synagoge Hürben

Gedenkstein für die ehemalige Synagoge Hürben

 

Jews in Huerben are first mentioned in 1433, permanently at least since 1504. Some years later, in 1518, some of the people expelled from Donauwoerth settled in Huerben. In 1580 eight families are registered, in 1600 it was a dozen.

 

A synagogue is documentary not before 1675. Of course is does not necessarily mean that the small, growing community previously had no place of worship. In 1710 and 1765 this synagogue was expanded. In 1819 a new building was created, which was last renovated in 1908. Thirty years later, the synagogue was attacked on 11 November and looted, and afterward abused as “hay shed”. After a fire in 1939 – either caused by arson or because of the hay – the building was demolished the following year but never reconstructed.

"Hier stand von 1675 - 1939 die Synagoge der Jsraelitischen Kultusgemeinde zu Hürben"

"Hier stand von 1675 - 1939 die Synagoge der Jsraelitischen Kultusgemeinde zu Hürben"

 

Today in the Synagogenstr. of Krumbach – Huerben a memorial commemorates the former building. In addition to a wall corner, dedications an inset memorial marker traces the ground plan of the former synagogue …

possible variations of pork fillet

possible variations of pork fillet


Das Landauer Haus in Huerben / Krumbach

October 14, 2009
constructed by Loeb Landauer in 1801

constructed by Loeb Landauer in 1801

Eine der Attraktionen und Anlaufpunkte in Krumbach ist heute das Haus der jüdischen Familie Landauer in der heutigen Hürbenerstr. 15. Löb Landauer und sein Sohn Raphael, beide waren Händler und Heereslieferanten hatten es um 1800 erbaut. 1872 folgten den Landauers Guggenheimer als Besitzer. Seit 1902 hat es keine jüdischen Besitzer mehr, wird aber dennoch gemeinsam mit einigen anderen Häusern vor Ort als „Judenhaus“ bezeichnet und umworben. Wohl über ein halbes Jahrhundert war das Haus ein gewöhnliches Mietshaus und verfiel allmählich. 1992 besann sich der „Schwäbische Heimattag“ der jüdischen Erbauer und Vorbesitzer und man beschloss, das Gebäude zu sanieren.

exhibition props in the attic

exhibition props in the attic

Seit 1999 beheimatet es nun die „Forschungs- und Beratungsstelle für Trachten und Kleidungskultur in Schwaben“. Neben praktischer Hilfe sind hier auch Ausstellungen alter Trachten zu sehen. Sie vermitteln u.a. auch einen Eindruck über die Kleidung und die Lebensbedingungen vor Ort und in der Region … insbesondere im Alltagsgebrauch dürfte sich das Erscheinungsbild von Juden und Christen, vor rund zweihundert Jahren je ca. die Hälfte der Einwohner Huerbens, kaum wesentlich unterschieden haben.

neulich bei der Trachtenberatung ...

neulich bei der Trachtenberatung ...

One of the main attractions of the once Upper Austrian Huerben (since 1902 part of Krumbach) is the so called Landauer House. It was newly constructed in 1801 by Loeb Landauer and his son Raphael, both merchants and purveyors to the Austrian court. From 1872 to 1902 the house was owned by Jakob Guggenheimer and Samuel Neuburger, who were the last Jewish owners. Following a longer period as tenant occupied house and neglect the second Swabian Homeland Congress (Schwaebischer Heimattag) in 1992 initiated the preservation of the house – which now was called a “Judenhaus” (Jews house).

versierte Handarbeit schwäbischer Schneiderkunst

versierte Handarbeit schwäbischer Schneiderkunst

For ten years the Landauer Haus is accommodating the “Trachtenberatungsstelle”, which is a center for professional advice, information and courses on tradition and manufacturing of historical Swabian garbs, liveries and costumes. Several exposition also convey to the “just looking” visitor an idea how clothing and lining conditions were like when e.g. two hundred years before one half of the Huerben population was Jewish and the other Christian.

an alte Zeiten anknüpfen

an alte Zeiten anknüpfen

 

אַסאָי די לעטן סענען געווען פֿאַר אַ סאַך יאָרן

אַסאָי די לעטן סענען געווען פֿאַר אַ סאַך יאָרן

 

the former gable sucka now shows bras, so it is a dessou-cka

the former gable sucka now shows bras, so it is a dessou-cka


Der jüdische Friedhof von Huerben – Krumbach

October 12, 2009
Tahara House of Huerben Cemetery

Tahara House of Huerben Cemetery

Das mittelschwäbische Hürben ist seit 1902 Teil von Krumbach. Erstmals im Jahr 1504 sollen vier jüdische Familien am Ort registriert worden sein, die wenig später Zuzug aus Donauwörth bekamen. Vor etwa zweihundert Jahren bildeten 450 Juden rund die Hälfte der Dorfbevölkerung und zugleich eine der größten jüdischen Gemeinden im heutigen Bayern, zudem das Gebiet der österreichischen Marktgrafschaft Burgau ab 1805 gehörte.

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Der jüdische Friedhof der Gemeinde Hürben wurde erst 1628 schriftlich erwähnt. Obwohl allem Anschein nach die Mauer sehr unregelmäßig gebaut und ausgebessert wurde, wird in den verfügbaren Ortschroniken nichts darüber erwähnt, von wann die Ummauerung stammt, bzw. ob und wie oft der Friedhof erweitert wurde. Das Tahara-Haus stammt aus dem Jahr 1898. Über einen Vorgängerbau ist heute vor Ort nichts bekannt. Der Friedhof umfasst nach Luftaufnahmen von Google Earth grob bemessen etwa 60 auf 55 m und somit eine Fläche von ca. einem Drittel Hektar. Es sind noch etwa 300 Grabsteine vorhanden, die sich fast ausschließlich im nordwestlichen Teil befinden.

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Die südliche Hälfte mit den ältesten Gräbern ist leergeräumt und gemäß den Angaben von Herbert Auer mit den Trümmern der zerstörten Hürbener Synagoge aufgeschüttet worden. Somit sind auch die ältesten Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind sämtlich zerstört oder verschwunden. Freilich hat es den Anschein, als ob zumindest im Bereich der Westmauer Grabsteine aus der Erde herausschauen.

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Am Hürbener Friedhof sind neben Ortsrabbinern auch zahlreiche Mitglieder der vorherrschenden Familien Guggenheimer und Landauer bestattet, aber auch die aus Pommern stammende Kantorentochter Hedwig Lachmann – Landauer, die u.a. als deutsche Übersetzerin von Oscar Wilde und Edgar Allen Poe Bekanntheit erlangte. Viele der vorhandenen Grabsteine sind von Schimmel befallen, manche der Inschriften sehr brüchig.

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer


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