Der neue jüdische Friedhof von Fürth

June 6, 2011

*Jüdischer Friedhof Fürth, Erlanger Str. 99

Einer Meldung des „Fürther Tagblatts“ Nr. 111 vom Sonnabend 13. Juli 1839 gemäß gab am 4. des Monats ein Bauer seinem älteren Sohn „den Auftrag die Ochsen auf dem Felde zu hüten. Dieser überließ seinem jüngeren Bruder, einem 10jährigen Knaben, die Sorge für dieselben, welcher wahrscheinlich spielend den Strick, an dem die Ochsen gebunden waren, um den Hals schlang, und dadurch die Ursache seines frühen schrecklichen Todes wurde. Man fand den Leichnam des Unglücklichen einige Stunden später mit Blut und Staub bedeckt, eine weite Strecke von dem Hutplatze entfernt.“

Unter einem Hut- oder Huthplatz verstand man früher einen Weidepatz, was sich vom Hüten ableitet. Unweit davon entstand hernach der städtische Friedhof der Stadt Fürth, der sich aktuellen Zeitungsberichten in einer „Krise“ befindet. Die Zahl der Bestattungen geht zurück, und während zahlreiche unter Denkmalschutz stehende Gräber mangels Nachkommen keine Pflege mehr finden, hat sich die Zahl der Leichenverbrennungen in den letzten 30 Jahren von einem auf fast zwei Drittel erhöht. http://www.nordbayern.de/region/fuerth/krisenmanagement-am-further-friedhof-1.957610

Im Städtischen Friedhof von Fürth integriert ist heute der 1880, als die jüdische Gemiende der Stadt mit ca. 3300 Menschen ihren “Höchststand” erreicht hatte, angelegte neue Friedhof der jüdischen Gemeinde im heutigen Stadtteil Ronhof. Das stattliche Tahara-Haus des Fürther Architekten Adam Egerer (1859-1936)stammt aus dem Jahr 1902, doch dem Vernehmen nach wurde der Friedhof aber erst ab 1906 für Begräbnisse benutzt. Auf dem Gelände befinden sich Denkmale für jüdische Soldaten des ersten Weltkriegs und in der Tahara Tafeln zur Erinnerung an fast 900 Fürther Juden, die von den Nazis ermordet wurde. Die Nachkriegsgemeinde benutzt den Friedhof bis heute.

Denkmal für die gefallenen Fürther jüdischen Wehrmachtssoldaten der Kriegsjahre 1914 – 1918:  

איך נפלו גיבורים ויאבדו כלי מלחמה

 Grave marker of Prof. Eduard (Menachem Mendel ben Menachem Mendel) Schneerson (1941 – 2009) “Professor der Elektrotechnik, Theoretiker des Distanzschutzes elektrischer Netze” by far no common tombstone inscription.

Ehrenmedaillon am Grabmal des Kriegsteilnehmers von 1870 – 1871 Hermann Cohn (17. Feb. 1845 – 22. Sept 1928). Mit ihm bestattet wurde seine Frau Julie (1844-1934). Die Inschrift des Medaillons lautet: “Gott war mit uns, Ihm sei die Ehre. dem siegreichen Heere“. In der Mitte befindet sich die Kaiserkrone, unten am Fuß ein kleiner Magen David.

 

Grabmal des Siegfried (Israel ben Chaim) Offenbacher (1899-1970), der beim Brandanschlag auf das Müncher Seniorenheim vom 13. Ferbuar 1970 ums Leben kam. 

Siehe: http://jhva.wordpress.com/2010/02/14/rememberring-terror-in-munich/

ברוך אתה ה’ אלוהינו מלך העולם, אשר יצר אתכם בדין

 


Das jüdische Waisenhaus von Fuerth

June 2, 2011

 

In einem früheren Artikel habe ich die Zwecke des hiesigen israelitischen Waisenhauses besprochen, und (es) ist noch zu ergänzen, dass die Institution unter der umsichtigen Leitung des Herrn Dr. Königshöfer steht. Die Administration hat in Anbetracht, dass das jetzige, seit der Gründung benützte Local bezüglich seiner Lage und Räumlichkeiten viele Mängel aufzuweisen hat, und dass bei demselben die zu den notwendigsten Dingen einer solchen Anstalt gehörige reine, freie Luft in Verbindung mit einem geräumigen Hofe und Garten noch im Reiche der Wünsche liegt, einen Platz zum Baue eines neuen Waisenhauses nebst Haussynagoge gekauft, so dass daselbst ein seinen Zwecken entsprechendes geräumiges Haus aufgeführt werden soll.

Liegt es nun im Geist der Zeit, dass sie sich nicht nur durch einen regen Sinn für das Schöne und Erhabene, sondern auch für das Nützliche und Wohltätige auszeichnet, so ist die Sorge für (die) Verbesserung eines solchen Instituts, welches in seiner Sphäre zur Veredlung des Menschengeschlechts beiträgt, eine gewiss wohlberechtigte. Wahrlich, unsere Zeit, die mit so bedeutenden Mitteln des Verkehrs, der sozialen und geschäftlichen Verhältnisse, kurz mit solchem Wohlstande in jeder Hinsicht reichlich ausgestattet ist, durfte nicht zurückbleiben gegen die um ein Jahrhundert frühere Zeit der Gründung. Damals im Jahre 1763 nämlich, als der selige Herr Israel Lichtenstädter, der Stifter der Anstalt, derselben einen Anfangsbeitrag von 500 Gulden widmete, da war es schon viel, dass er durch den Wohltätigkeitssinn würdiger Gemeinde(mit)glieder die Stiftung mit einem Capitale von 4100 Gulden begründen konnte. So anscheinend gering diese Summe den anspruchsreichen Bedürfnissen der Anstalt gegenüber war, so hat sich letztere in Anerkennung ihrer Nützlichkeit durch die allgemeine Teilnahme und zahlreichen Beitritt zu einem beachtenswerten Stande emporgeschwungen. Dass nun deren verfügbare Mittel durch den oben besprochenen Bau sehr erschöpft werden, bedarf wohl keiner näheren Auseinandersetzung, da zudem die laufenden Bedürfnisse der 13 zu erziehenden Waisen beständig zu bestreiten sind.

Desto dringender bedarf daher dieses Institut des allseitigen Zusammenwirkens durch zahlreichen neuen Beitritt und freiwillige Geldbeträge, wenn dasselbe auch ferner zum Glücke vieler Menschen segensreich wirken und den vielseitigen Anforderung unserer Zeit würdig begegnen soll.

Der Artikel stammt aus „Der Israelit – ein Central-Organ für das orthodoxe Judentum“, 8. Jahrgang, Nr. 19, Mittwoch 8. Mai 5627 (1867)

metall in stone

Vielfach umworben wird nun, nachdem sich kein Waisenhaus mehr im Gebäude an der Hallemannstr. (früher Julienstr.) befindet, der Superlativ des „ersten jüdischen Waisenhauses in Deutschland“ (z.B. in der “Jüdischen Allgemeine” vom 29. Nov. 2007). Auch hier kann man fragen, was zu welcher Zeit mit „Deutschland“ gemeint ist? Woher stammt diese Idee, die 1763 etwas anderes bedeutet als 1868, dem Jahr, aus dem der heutige Bau stammt …?

Die Pflege jüdischer Waisen war bereits von der Antike an eine feste Aufgabe der Gemeinden (d.h. der politischen jüdischen Kommune oder Synagogen-Gemeinde), insofern sich keine nahstehenden Verwandten um die verwaisten Kinder kümmern konnten oder wollten. Da meist aber Verwandte oder Freunde die Pflegschaft übernahmen, gab es bei meist ohnehin kleineren Gemeinden von bis zu einigen Hundert Menschen keine größeren Waisenheime, da für einige wenige Kinder entsprechend wenige Zimmer genügten. Findelhäuser für ausgesetzte Kinder gab es bis in die Neuzeit hinein in jüdischen Gemeinden überhaupt nicht, während es für deutsche Christen bereits Ende des 13. Jahrhundert in Nürnberg ein Findelhaus gibt (abgesehen von früheren Berichten die bis ins 6. Jahrhundert zurückreichen, aber allgemein  schon eher legendären Charakter haben). Im Jahre 1386 ist eines in Ulm bezeugt und in München ist eines für das Jahr 1485 nachweisbar. Warum der christliche Bedarf an (zentralen) Waisen- und Findelhäusern bereits so früh recht hoch war?

 

Die jüdische Vorsorge für Waisen ist keine neuzeitliche Idee, die Sozialreformern bedurfte. Kaum ein anderes Gebot der Thora wird in ihr öfter und mit mehr Nachdruck erwähnt, um dessen Umsetzung sich bereits in der Zeit des Tempels die Levi und Kohen kümmerten. Der Aufseher der Waisen im Auftrag der späteren jüdischen Gemeinde (קהל) wurde „Vater der Waisen“ (אבי יתומים) genannt und war in manchen Fällen ein Lehrer oder Bedienstete des Lehrers. Der Begriff findet sich bereits im Talmud (Mishna Gittin 5.4). Handelte es sich bei dem Waisen um das Kind besitzender Eltern, konnte die Gemeinde auch einen speziellen Aufseher einsetzen, den man אפיטרופא (abgeleitet von επιτροπος) nannte und im heutigen Sprachgebrauch Vormund nennen würde. Der Epitrofa kümmerte kümmerte sich um den erbbaren Besitz bis das Kind alt genug war. Diese bereits in der Antike geübte Praxis wurde in mittelalterlichen jüdischen Gemeinden aufrechterhalten, insbesondere auch weil elternlose Kinder (und ihr Besitz) aus der jüdischen Gemeinschaft geraubt und zwangsgetauft werden konnten, worüber es ja nun auch zahlreiche Klagen aus allen Gegenden und Jahrhunderten gibt.

Ein Beispiel aus weit jüngerer Zeit noch ist der Fall der sechs unmündigen Waisenkinder des Henle Ephraim Ullmann (Elchanan ben Efraim Ulmo) für die nach seinem Tod am 4. März 1807 und dem darauffolgenden seiner Frau Chana (geb. Wertheimer) das königliche Gericht die Vormundschaft an die verwandten Ber und Simon Ullmann übergab (siehe: Kurze Darstellung der Streitsache der Handlungsvorsteher in Augsburg gegen die Ullmännischen Kinder von da wegen Abänderung des erlassenen Oblatoriums; Augsburg 1817).

Hardly any other mitzvah in the Torah is mentioned more often than the expressivley stated obligation to take care for orphans. Accordingly already very ancient Jewish communities attached great importance to the welfare of orphans. In most cases naturally relatives took care, otherwise the Jewish community had welfare custodians or legal guardians. In medieval times and afterwards there also was the thread that Jewish orphans were forced to Christian baptism and their heritage of course was confiscated. So the welfare and care for orphans is anything but a new idea. In contrary the establishment of an orphanage rather indicates that personal obligation (the mitzvah) to take care for orphans increasingly was shifted to the community board.

 


Der alte jüdische Friedhof von Fürth

May 30, 2011

Neben der Beschreibung der Infrastruktur der jüdischen Gemeinde in Fürth gibt der Nürnberger Pfarrer und Geschichtsschreiber Andreas Würfel in seiner „Historische(n) Nachricht von der Judengemeinde in dem Hofmarkt Fürth“  auch Beschreibungen zum jüdischen Friedhof in der Stadt – und für das Jahr 1754 noch eher ungewöhnlich, die Abschrift von immerhin 21 exemplarischen Grabsteininschriften. Der dritte Teil seines vierten Kapitels lautet sodann auch

Von dem Leich-Hof der Juden in Fürth und dem darauf befindlichen Spital

Der Ort wo die Fürther Juden ihr bes chajim haben, war anfänglich sehr klein, drum hat die gesamte Judenschaft bei ihrem merklichen Anwachs noch mehr Land dazu gekauft und das war der Schind-Anger. Solchen kaufte die Judenschaft Anno 1617, den 27. Juli von Elisabeth weiland Hans Lohemanns, gewesenen Waffenmeister in Fürth nachgelassenen Wittib (= Witwe) samt seiner Behausung aller Zugehung um 305 Gulden und 5 Taler Leykauf.“

Durch den Platz des Schind-Angers ist das bes hakkebboros (בית קברות) um ein gutes Teil erweitert worden. Doch weil sie den Platz nicht wie an andern Ort aufschütten, so ist er wieder zu eng geworden. Sie erkauften darum vor drei Jahren, dasjenige Stück Land welches an den Leichhof, gegen das Wasser, anstieß, von dem Singer, einem Bierbrauer in Fürth, um ein beträchtliches Stück Geld, und haben solches auch mit der Mauer eingefasst. In der Zeit da man an dieser Mauer noch baute hat eine verwegene Hand im Monat Oktober, boshaftiger Weise, Grabsteine zerschlagen und in das Wasser geworfen.“ Letzteres war sicher keine leichte Übung.

Darstellung eines Teils des alten jüdischen Friedhofs von Fürth aus dem Jahre 1705 durch den Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler Johann Alexander Boener (1647 – 1720), der vor allem für seine eindrucksvollen Nürnberger Stadtansichten zu Ruhm gelangte.

Source: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:J%C3%BCdischer_Friedhof_F%C3%BCrth_1705.jpg&filetimestamp=20090308082519

Über dem Eingangstor des „Leich-Hofs“ so berichtet Würfel weiter, standen die Worte בית היים, was er wieder in der taitschen Aussprache als „bes chaim“ transkribiert und mit „Haus der Lebendigen“ übersetzt. Neben dem Eingang stand ein Stein mit einem Zitat aus dem Buch Hiob 3.22: sie freuen sich und jubeln, weil sie Gräber finden – „השמחים אלי־גיל ישישו כי ימצאו־קבר“ – datiert war die Inschrift auf das Jahr (5)413, entspricht 1653. Würfel vermutet, dass in diesem Jahr vielleicht auch die Mauer erweitert wurde, was in den Zeiten des vorherigen 30jährigen Krieges wohl nicht geleistet werden konnte. Jedoch wurden (nun) auch Juden aus Zirndorf und Unterfarrenbach in Fürth bestattet.

Die Steine welche die Juden auf diesem Bes Chaim zu Häuptern der Verstorbenen, perpendiculair (senkrecht) aufrichten, geben dem weiten Platz ein prächtiges Aussehen. Manche Aufschriften sind nach jüdischer Art zu denken sinnreich, in den meisten aber ist eine Sammlung großer Prahlerei und unglaublichen Hochmuts enthalten.“

Nichts im Vergleich zu dem, was christliche Würdenträger zu Ehren an Prunkmalen und Kirchen gewidmet wurde, wollte man dem Pfarrer entgegenhalten.

Die Toten-Gesellschaft, der anzugehören eine Ehre sei, die man sich erkauft, so berichtet er weiter, führt auch ein „Memor“, ein Leichenbuch, „in welches sie alle Personen, sie seyen groß oder klein, die sie begraben, einschreiben lassen“.

Eine Besonderheit des Friedhofs (die freilich auch von Kriegshaber/Pfersee berichtet wurde) war das auf seinem Gelände befindliche Hospital. Den Kranken sei damit verdeutlicht worden, dass zwischen ihnen und dem Grab nur ein kleiner Schritt war. Im Spital wurden die Kranken und Kindbetterinnen von sog. „Hekdisch-Leuten“ gepflegt, die ihren Unterhalt von der Kahls-Stube erhielten. Das bedeutet nicht, dass diese „Leute“ besonders „hektisch“ waren. „Hekdesch“ (wörtlich etwa „geheiligt“) war der gebräuchliche Name für Armen- und Krankenhäuser. In Fürth waren die unteren Zimmer des (freilich nicht mehr existierenden) Hauses für Frauen, die oberen für männliche Kranke vorgesehen.

Dieser Beschreibung lässt Würfel nun die Wiedergabe von immerhin 21 „Grab-Schriften mit ihren Übersetzungen“  nebst einer deutschen Übersetzung folgen, eine für die damalige Zeit doch beachtliche Tat, zumal heute in der Gallut allenthalben Grabsteinabschriften von hebräischen Friedhöfen als eine Art heiliger Ware gehandelt werden.

 Nach der Inschrift des Aluf Mosche Sohn ben Rabbi David Schmuel findet sich als zweite Inschrift die des Grabmals des Kazin parnas und manhig Isserl bar Mosche s’l Ulmo der 80 Jahre alt wurde und am 19. Kislev 457 (= 3. Dezember 1696) verstarb und demnach 1616 geboren wurde, der enge verwandtschaftliche Beziehungen zu den Ulmo in Pfersee hatte. Ob sich der Grabstein noch unter den erhaltenen des Friedhofs befindet ließ sich in einer nur eineinhalb stündigen Begehung des gesamten Geländes nicht ermitteln. Nur etwa ein Drittel der Grabsteine gelten als erhalten und viele der Denkmäler, insbesondere die älteren hebräischen sind offensichtlich jahrzehntelang der Verwilderung ausgesetzt worden, nachdem sie zuvor von den Nazis umgestoßen oder zerschlagen wurden.

Eine weitere Inschrift ist dem Kazin Rabbi Schlomo Schneor bar Jehoschua Abrawam gewidmet, worin sich die allgemeingültige Formel für jüdische Grabsteine זכרון לדורות מכתב האבן  befindet: zum Gedenken der Generationen ist der Stein geschrieben. Rabbi Schlomo Schneor starb am 11. Tamus 5452 (= 15. Juni 1692).

In der Inschriften-Sammlung von Andreas Würfel aus dem Jahre 1754 finden sich u.a. noch R. Menachem Man ben Mosche (gest. 5415 / 1655), verehrt als „Ner Jisroel“, „Licht Israels“ der Vorsitzender des Bet Din und der Gemeinde in Fürth war. R. Schmuel Behrman Levi ben David Isaak (gest. 5469 / 1709). Auch er war Vorsitzender der Gemeinde, der Wert darauf legte, dass man kein großes Aufsehen um ihn machte und vielleicht gerade deshalb seiner Gemeinde als vorzüglicher Gelehrter galt. No. 12 in der Aufstellung ist der Aluf R. Jakow Meir bar Jehuda Mosche Ulmo, der am 14. Ijar des Jahres 5470 verstarb, was im christlichen Kalender dem 3. Mai 1710 entspricht. Zum Abschluss ein Beispiel aus der Sammlung, das Aufschluss darüber gibt, dass sich Würfel nicht nur auf prominente Gelehrte beschränkt, sondern offenbar eine Art Überblick über die Vielfalt der Inschriften geben möchte. Die Moledet Bela Tochter des Jakob starb am 22. Tischri 5455 (nach Suckot 1695) offenbar bei der Geburt ihres Kindes.

Die 21. Grabinschriften von Andreas Würfel sind wie sein gesamtes Werk online und gratis zugänglich:

http://www.judaica-frankfurt.de/content/titleinfo/603169

bzw. alternativ dazu über Google-Books.

Weit mehr, nämlich 240 Grabsteine dokumentiert das Buch mit zahlreichen, wohl auch älteren Fotos aus der Zeit der Vorkriegsgemeinde, von der früheren Gemeindevorsitzenden von Fürth, Frau Gisela Naomi Blume, die uns freundlicherweise nicht nur eine Reihe von Plätzen des ehemaligen jüdischen Fürth, sondern auch den alten und neuen jüdischen Friedhof vorstellte.

Gisela Naomi Blume: Der alte jüdische Friedhof in Fürth: 1607 − 2007 ; Geschichte – Riten – Dokumentation. Verlag Meyer, Scheinfeld 2007, ISBN 978-3-89014-280-7 (bei Amazon.de derzeit leider vergriffen, jedoch durften wir mal kurz in das Exemplar der Autorin reinschauen)

Frau Blume ist auch seit Jahren damit befasst eine Datenbank mit allen ermittelbaren Begräbnissen, die sich aus Archivmaterial (CAHJP, etc.) ergeben, zusammenzustellen. Ob die ominöse Zahl der 20.000 die oft genannt wird dabei zustande kommt, ist nach unserem Befinden fraglich, jedoch wird es absehbar keine umfangreichere Arbeit zur Dokumentation des jüdischen Friedhofs von Fürth geben. Unser Dank an Frau Blume mischt sich deshalb in die Hoffnung, dass Ihre weitere Arbeit den Erfolg haben wird, die gesammelten Daten bald der interessierten “Forschung” und insbesondere den zahlreichen Nachkommen in aller Welt frei zugänglich zu machen.

Für weiteres Interesse aber auch genealogische Rückfragen zum jüdischen Friedhof oder zur Geschichte der Juden in Fürth verweisen wir sehr gerne auf Frau Blume und ihre neu eingerichtete Webseite mit entsprechenden Kontaktdaten:

http://www.juedische-fuerther.de/

Already in 1754 Christian pastor and historian Andreas Wuerfel from Nuremberg gave a depiction of the old Jewish cemetery of Fuerth along with some 21 detailed transcripts of Hebrew grave markers and – regarding times and circumstances - quite good German translations. At least a number of those depicted stones probably are no longer in existence, so his account – by what motivation ever – is important for the history and documentation. Regarding our own Swabian research it is a quite happy coincidence, that among Andreas Wuefrfels 1754 collection od old Hebrew grave marker inscriptions there also are two relevant Ulmo family connections.

Auch in die umgekehrte Richtung gibt es freilich Bezüge, insofern Grabsteine auf dem Friedhof von Pfersee / Kriegshaber eine Herkunft aus Fürth anzeigen.

Im ältesten bekannten Beispiel betrifft dies :

קלמן בן חנוך מפירדא נפטר ט ניסן ת”צ

Kalman ben Henoch aus Fürth, gestorben am 9. Nissan 5470 (= 29. März 1710)

Desweiteren:

טרנלה בת פרנס הירש נייבורגר מקק פיורדא אשת ליפמן מאיר חזו ומורה מקק גריסהבר יג בטבת שנת תקי”ד

Trenle Tochter des Parnas Hirsch Neuburger aus Fürth Frau des Lipmann Meir Vorsänger und Lehrer der heiligen Gemeinde Kriegshaber, (gest.)  13. Tewet 5514 (= 7. Januar 1754)

Sodann:

ר משה בר יוסף מקק פיורדא נפטר רח ניסן תק”ט

R. Mosche bar Josef aus der heiligen Gemeinde Fürth, gestorben Neumond Nissan 5509 (= 9. März 1749)

Und …:

קעלא אשת משה כהן קאמפע מפיורדא נפ כג סיון תקפ”ה

Kela, Frau des Mosche Kohen Kampe, gest. 23. Sivan 5585 (= 9. Juni 1825)

Finally (vorerst):

יוטא בת בער יאפע מקק פיורדא אשת זיסקינד אפנהיימר מקק פפרשא נפטר ט תמוז תקצ”ו

Juta Tochter von Ber Jafe aus der heiligen Gemeinde Fürth Frau des Siskind Oppenheimer aus der heiligen Gemeinde Pfersee, gestorben 9. Tamus 5596 (= 24. Juni 1836).

Es wäre sicher interessant entsprechende und weitere Verwandtschaftsbeziehungen die es auch logischerweise zwischen den beiden Zentren in Fürth und Pfersee/Kriegshaber/Steppach gab, näher zu beleuchten.

 

A number of other photographs of the old Jewish cemetery you may find at wikipedia, the pages from several municipal services in Fuert, the Jewish Community of Fuerth, as well as flickr, etc.

Nicht hart genug. Ein Fan-T-Shirt der Spielvereinigung Greuther Fürth (Platz 4 in der abgelaufenen Saison), letztens zu sehen am Bauch eines Biertrinkers in der Fürther Fußgänger-Zone, nimmt Bezug auf das dreiblättrige Kleeblatt (was ornamental wiederum auf den Dreipass – nicht Bypass -  in der Heraldik und im christlichen Kontext die “Trinität” symbolisiert). Als Glückssymbol gilt jedoch das vierblättrige Kleebatt und so bleibt Fürth anders als der in die erste Bundesliga aufgestiegene FC Augsburg  auch künftig Zweitligist. Der Spruch auf dem Shirt jedenfalls lautet: “Und der Herr sprach zu den Steinen: Wollt Ihr Kleeblatt-Fans werden?“ Da antworteten die Steine: „Nein, Herr, dafür wir sind nicht hart genug. „

Was die Fürther Fußball-Fans sagen wollen, ist das sie als “Kleeblätter” härter wären als Stein. Ob das stimmt, lassen wir dahingestellt. Fest steht freilich, dass am alten jüdischen Friedhof in Fürth vielleicht mehr als anderswo in Süddeutschland zwar nicht unbedingt Kleeblätter, so aber doch völlig ausufernder Wildwuchs und kranke umstürzende Bäume den Bestand zahlreicher Grabsteine des Friedhofs akut gefährden, wie eine Reihe umgestützter wuchtiger Bäume belegen, die irgendwo im Dschungel herumpurzeln.


Das jüdische Fürth

May 29, 2011

Fuerth (fränkisch: Färd) dessen Name sich wie im Fall von Pfersee von einer Furt ableitet, wird legendär mit Charlemagne in Verbindung gebracht, urkundlich nachweisbar aber erstmals als „Furti“ auf das Jahr 1007 datiert, als Kaiser Heinrich II den Ort den Klerikern vom ca. 60 km entfernten Bamberger Dom schenkt.  Ob wie in Bamberg zu dieser Zeit auch in „Furti“ bereits Juden lebten ist nicht bekannt, dürfte man aber annehmen können. Erwähnt werden Juden in Fuerth freilich erst wesentlich später im Jahr 1440, doch auch dies für weitere zwei Jahrhunderte wiederum nur vereinzelt und ohne erkennbaren Kontext. Für das Jahr 1528 etwa werden zwei einzelne Juden erwähnt (die Jewish Encyclopedia, die Fürth 1670 als „Bavarian City“ bezeichnet, nennt sie namentlich Perman und Uriel Wollf) die von einem Markgraf Georg die Erlaubnis erhalten in Fürth zu wohnen. Warum sie das tun und wie bleibt unklar, wahrscheinlich benötigte man einen Beschneider… 1556 wird ein weiterer einzelner Jude genannt, der aus Regensburg nach Fürth kommt, wo schon 70 andere leben sollen. 1607 schließlich erwähnt die Begründung eines eigenen Friedhofs für die Fürther Juden. Es ist der heute als Alter Friedhof bekannte, der geschätzten 20.000 Begräbnissen diente. Von diesen sind verschiedenen Quellenangaben 6000 oder 8000 Grabsteine erhalten. Ein auf Poster-Format vergrößertes altes Foto am alten Friedhof in Fürth zeigt den Grabstein des R Anschel Sohn des R. Jekutiel mit der Notiz  המצבה ראשון (ha-matzewa rischon), „der erste Grabstein“, jedoch ist das Datum nach נפטר (niftar) „gestorben am“ in der Schlusszeile der vergrößerten Abbildung nicht erhalten …

Zehn Jahre später, 1617 wird eine Synagoge gebaut die später „Altschul“ heißt und nach nun immerhin hundertsiebzig Jahren seit 1440 tatsächlich die erste in Fürth gewesen sein soll. Doch bereits im Jahr darauf begann der sog. 30jährige Krieg in dessen Folge Fürth von Kriegerischen Auseinandersetzungen nicht verschont blieb, etwa 1632 als es zwischen den Truppen Wallerstein und Gustav Adolfs zur „Schlacht an der Alten Veste“ (alternativ auch Schlacht bei Fürth, bei Nürnberg, bei Zirndorf genannt) kam. Als „der Krieg“ im Jahre 1648 endet wird die gesamte Bevölkerung von Fürth auf 800 Menschen geschätzt. Was die Fürther Juden damals machten? 1653 jedenfalls muss es Bedarf für ein jüdisches Krankenhaus gegeben haben, worunter man sich wohl kein „Haddasa“ oder „Mount Sinai Hospital“ vorstellen muss. 1670 gibt es einen Zuzug vieler Juden aus Wien und bald darauf wird eine Talmudschule erwähnt und damit beginnt in etwa die greifbarere Geschichte des jüdischen Fürth mit einzelnen Biographien, Gelehrten, Plätzen, Beziehungen in einem erkennbaren Kontext. Als um 1700 Fürth geschätzte 6000 Einwohner hat, sind verschiedene Schulen (Synagogen) nachweisbar und פיורדא „das jüdische Fürth“ wurde nun weit überregional bekannt und zog zahlreiche Gelehrte und Studenten aus anderen Gegenden an.

היום לא צריך בלעט לקבל קפה בפיורדא

Diese bildeten spezifische Eigenheiten heraus, wie man sie etwa 1728 bei Andreas Würfel nachlesen kann oder fundierter in den 73 Seiten umfassenden  1767 bei Chaim Zvi ben Hirsch 1767 gedruckten הספר מנהגי ק ק פיורדא über die Gebräuche der Heiligen Gemeinde Fürth für das ganze Jahr, die in zahlreichen Details eine bedeutende Variante zu den „Minhagim Aschkenas“ darstellen. Da hierfür die Erfordernisse der halachischen Anwendung heute aber freilich längst entfallen sind, sind dies allenfalls geschichtlich relevante Einzelheiten, welche die gegenwärtige Definition von „Jüdischkeit“ nicht wesentlich beeinflusst. Es genügen in aller Regel Schlagworte wie „bedeutender Rabbiner“, „Synagoge“, „Matrikel“, „Mikwe“, „Mesusa“ und dergleichen. Symbole treten immer erst anstelle einer verlorenen Funktion.

Die zweiteilige „historische Nachricht von der Judengemeinde in dem Hofmarkt Fürth“, von Andreas Würfel gedruckt in Frankfurt am Main und Prag im Jahre 1754 gibt eine bereits recht anschauliche Beschreibung der damaligen jüdischen Gemeinde und ihrer Infrastruktur.

Von den öffentlichen Gebäuden, welche sich zu Fürth auf dem Schul-Hof befinden: Auf dem großen Platz, wo die Hauptschule steht, befinden sich außer der neuen Kahls Schule noch verschiedene Kahls-Häuser (= öffentliches oder Gemeinde-Haus ) angebaut. Zur solchen Gebäuden allen, hat der Herr Domprobst den Terrain sonder Entgelt, an die Juden überlassen. In einem solchen Kahls-Haus wohnt der Hauptrabbi, ein anderes besitzt der Juden-Doktor, der Vorsinger genießt auch ein Kahls-Logis „ Die Kahls-Stube dient nicht als Wohnung sondern als Versammlungsort der Parnassim. Dort liegen auch die Kahls-Bücher aus, in welchen z. B. Einnahmen und Neuankömmlinge eingetragen werden. Man könnte hier also von einer Gemeinderegistratur sprechen. Würfel kritisiert, dass sich Parnassim wie Elkana Fraenkel und sein Bruder Hirsch Fraenkel, der in Ansbach Rabbiner war, in ihren Ämtern „viele Fehler zu Schulden“ haben kommen lassen: „Der Rabbi hatte eigenhändig ein Buch von Geister- und anderen Beschwörungen, Segenssprüchen und Lästerungen wider das Christentum zusammengeschrieben. Nachdem er eine Zeitlang in Ansbach im Gefängnis saß, wurde er 1713 … von dort nach Schwabach zum ewigen Gefängnis gebracht.“ Spätestens da, so darf man vermuten, war er wohl von allen (guten wie bösen) „Geistern“ verlassen.

Würfel berichtet weiter von der Einrichtung der Blatt-Stuben, so benannt nach Zetteln, die über Schabbes Aufenthalt (und Verköstigung) für Reisende und Arme in der Stadt gewährleisten: Auf der Blätten-Stuben, als einem öffentlichen Gebäude, werden Freitag den Armen, Bläten oder quartier-Zettel ausgeteilt, diese Zettelein sind ganz klein, etwa einen Daumen breit und nicht gar so lag. Darauf steht gedruckt „בלעט שני ימים ולא יותר“ Blättlein auf zwei Tage und nicht länger. Das aber mit diesen Blätten keine Schalkung vorgehen kann, so wird zuerst in der Blätter-Stube der Name desjenigen, welcher den Armen oder Fremden halten soll, über das Gedruckte geschrieben. Unter das Gedruckte wird aber wird der Tag des Monats und das Jahr angezeichnet, in welchem es abgelangt worden ist.“

Das bedarf in heutiger Zeit, wo man als Jude ohne weitere Schwierigkeiten in Fürth nach Belieben einreisen und verweilen kann, einer Erklärung. בלעט (blet) oder בלאט (blat) meint Blatt oder Zettel, in diesem Fall sinngemäß aber „Gutschein“. Damit keine „Schalkung“ (heißt nach Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von 1786 „Zusammenfügung“ und hat nichts mit Schalke 04 zu tun)  getrieben wird, d.h. um eine Mehrfachverwendung auszuschließen, wird über dem Zettelvordruck Name und Datum vermerkt. Würfel bildet ein (etwas merkwürdiges) Beispiel ab:

Über dem oben bereits zitierten „Blet für zwei Tage und nicht länger“ steht hier nun „ר’ חזיר“ , das Würfel zwar richtig als „R. Chasir“ transkribiert, aber nicht übersetzt. Das ist etwas rätselhaft, lässt es doch mitunte unterschiedliche Schlüsse zu, da חזיר das hebräische Wort für Schwein ist und eine Person namens „Rabbi Schwein“ wohl auch in Fürth kaum vorstellbar ist. Das Datum darunter ist 11. Tewet 511, was Freitag 28. Dezember 1750 entspräche.   

Der oben erwähnte “Schulhof” existiert heute nur noch namentlich, auf alten Abbildungen oder erläutert auf einer Stationstafel der “Fürther Jubiläumsmeile” (wohl aus dem Jahr 2007) die ihn als „geistigen Mittelpunkt“ der Fürther jüdischen Gemeinde definiert:

Auf der Tafel ist zu erfahren: „Die jüdische Bevölkerung besaß in Fürth besondere Rechte, die es nirgendwo sonst in Deutschland gab.“ Welche besonderen Rechte das sein gewesen sein sollen und auf welche Zeit und welches “Deutschland” sich das beziehen soll, zumal es Deutschland (als Staat) erst ab 1871 gibt und prominente Teile des heutigen Deutschlands bis 1806 etwa zu Österreich gehörten, bedarf wohl einer Erläuterung. Auf das Jahr 1938 freilich bezieht es sich aber offensichtlich nicht: Die vier Synagogen zu denen auch die genannten “Altschul” und “Neuschul” gehörten, wurden wie der gesamte Hof mit allen umliegenden Häusern zerstört, der Formulierung gemäß sogar in einer einzigen Nacht.

Heute erinnert im Hof – nun umgeben von (wahrscheinlich blatt-losen) Wohnhäusern die auch stilistisch nicht zur Fürther Altstadt passen wollen – das Denkmal eines japanischen in Fürth lebenden Künstlers, das eine Art bräunlichen Kaktus zeigt. Er steht für die jüdische (Vor-)Geschichte des Platzes, umrandet von einer deutschen und hebräischen Inschrift. Der Platz selbst dient als einer der Schauplätze des zwei mal im Jahr veranstalteten “Grafflmarkt” (graffl = Gerümpel).

Fürth nennt sich gerne das “fränkische Jerusalem” und wegen seines früher hohen jüdischen Bevölkerungsanteils von einem Fünftel bis einem Viertel (selbst 1910 noch 4 %) wurde von den Nazis als solches verspottet – das benachbarte Nürnberg bewarb man als “deutscheste alle deutschen Städte”. Der Terminus selbst beruht wohl auf einer Fehldeutung, da mit einem “fränkischen Jerusalem” in der Geschichtsschreibung eigentlich das tatsächliche Jerusalem zur Zeit der Kreuzfahrer (1100 – 1290) gemeint ist und nicht Fürth, das in jener Zeit bestenfalls eine Ansiedlung von drei Gehöften aufwärts war. Die Kreuzfahrer nannten ihre Eroberungen in Israel schließlich dann auch Königreich Jerusalem (Regnum Hierosolimitanum) und nicht “Palästina” wie manche heutigen Zeitgenossen sicher gern geneigt wären zu glauben. Heute ist es ein “Publicity-Gag”, obwohl es seit 1946 eine neue jüdische Gemeinde in Fürth mit aktuell etwa 600 Personen gibt.

Synagogue of Fuerth, due to a fire on Yom Kippur (!) this year currently renovated …

… while the Old Jewish cemetery of Fuerth neglected for decades in larger parts equals a jungle with head-high stinging nettles where overthrowing massive trees endanger grave markers als well as visitors …

Fuerth, which in 2007 had the millenary celebration of its first mentioning in a deed by emperor Henry II who then had given away some property called Furti (small ford, watersplash) only in 1440 has records of Jews. Until the onset of 17th century however only every once and a while there are some single Jews mentioned in Fuerth. Two were allowed to settle in 1528, another one is mentioned two generations later, and so on. But soon there is a higher number of synagogues and a growing Jewish community with prominent scholars, book prints and Talmud schools, which established the reputation of Jewish Fuerth as one of the major Jewish centers in German speaking countries  during 18th century. At times Jews made almost a quarter of the whole population of the city – which of course was a smaller one. Today there are many places were the City of Fuerth commemorates the past Jewish history. Places of former synagogues, the Schulhof which had four of it, the old cemetery, a Jewish Museum with book store and cafeteria, … and on the other side there is a small Jewish community of some 600 people (with a nice “old school” synagogue), mainly from Russia who contrary to the *usurpation* of Jewish history’s remnants by gentiles preserve the long established tradition of Jewish otherness … As in former times Christian preachers taught the Jews their interpretation of the Bible, Christian laymen and -women now teach them their understanding of (reform?) Judaism.  

אַז אַ נאַר גייט בייַ די שוק די קרעמער פייַערן פּורים

to be continued


לו הייתי פירט

May 27, 2011

השם המסורתי של העיר פיורדא ליד נירנברג למשל ביד ושם כתוב כמו פירט

או אולי כך

לו הייתי פיראט בת מלכה לו היית …

בכל מקרה יש מועדון הבייסבול בעיר

http://www.fuerth-pirates.de/


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