Ist Broder als Vorsitzender des Zentralrats der Juden geeignet?

October 23, 2009

Henryk M. Broder – Journalist und Verleger will Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschand werden. Das sorgt für Aufruhr und alle gackern und da es thematisch wie regional zu uns passt: ausnahmsweise auch wir.

Wer ist gerade im Vorstand der entsprechenden Gremien der Katholiken, Protestanten oder Muslime in Deutschland … oder erwägt eine Kandidatur ..? Weiß niemand, interessiert niemand.”

Datei:Broder Henryk M.-by Steschke.jpg

(http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Broder_Henryk_M.-by_Steschke.jpg)

 

Als Journalist hat Broder einen guten Blick auf das Mediengeschehen und versteht sich als Macher, als Meinungsmacher, gerade auch, weil er sich wiederholt darin gefällt, gegen den „mainstream“ zu argumentieren. Das freilich ist schnell passiert, wenn man überhaupt ein paar Argumente hat, muss also Broder nicht zwangsläufig persönlich angekreidet werden.

Schon die Ankündigung einer Kandidatur ist schlagzeilentauglich und sorgt für Artikel und Kommentare. „Nicht ganz koscher“ schreibt der „Tagesspiegel“, so als brauchte ein Kandidat einen Hechscher, so als machte im Vergleich auch ein Nachtspiegel Sinn. Die Süddeutsche bezeichnet ihn als „Pausenclown“, ohne zu sagen, worin gerade pausiert wird. Die „Märkische Allgemeine“ geht noch etwas weiter und konstatiert, dass Broder den Zentralrat der Juden lächerlich mache, sagt andererseits nun aber nicht, was am Zentralrat nun lächerlich geworden wäre?

Wenn Welt-Online aber etwa anmerkt, Broders Kandidatur sei entbehre nicht der „Ironie“, da dieser „bekennender Atheist“ sei, bleibt unklar, was für ein Bekenntnis ein Atheist letztlich ablegen würde (wo und vor wem?) … fest jedenfalls steht, dass hier nicht vom Amt eines Rabbiners die Rede war und dass der Zentralrat überhaupt keine religiöse Instanz ist noch entsprechende Bedeutung hat.

So wie der Zentralrat zu gerne von den Massenmedien in Deutschland benutzt und instrumentalisiert wird, so meint Broder die Regeln der journalistischen Kunst zu kennen und damit spielen zu können. Freilich ändert sich nicht nur die Perspektive, wenn man vom Subjekt zum Objekt, vom Jäger zum Gejagten, vom Journalisten zur Zielperson wird. Man denke an Michel Friedman, nicht nur weil dieser dem Zentralrat mal angehörte und sozusagen vor Broder schon mal Broder war. Sicher, Journalisten können politisch erfolgreich sein, aber ein Selbstläufer ist das nicht. Wo man früher selbst still in sich hinein gelacht hat, beim Beobachten, wird die eigene Stirnfalte nun exemplarisch, zum Politikum.

Wer Henryk Broder ein guter Vorsitzender des Zentralrats? Im Februar letzten Jahres geisterte noch die „Nachricht“ herum „Broder konvertiert zum Islam“ aus „Schmock der Woche“ wurde der Schock der Woche, zumindest im Wortspiel journalistischer Kollegen. Jünger als die 1932 geborene Münchnerin Charlotte Knobloch ist der aus Kattowitz stammende Broder, jedoch nicht deutlich jünger. Bei einer Wahl wäre auch Broder schon 64, ein Alter bei dem vor 40 Jahren The Beatles fragten, ob man dann gefüttert wird. Das Schlagwort „Generationswechsel“ fällt demnach wohl weg. Und was würde ein verlegener Abraham Melzer dazu sagen?

Mit dem persönlichen Aufstieg, dem sog. „Karriere-Highlight“ ist es ja oft so eine Sache, sind Peter-und Dilbert-Prinzipien auch auf Juden anwendbar. Es stellt sich dann auch die Frage, ob ein Zentralratsvorsitzender Broder nicht zu sehr damit beschäftigt wäre, ein „Tabu“ nach dem anderen aufzugreifen, virtuell zu „brechen“, vielleicht um einem intellektuelleren Publikum, dem gemeinen Spiegel-Leser zu gefallen. Das hätte sicher einen gewissen Charme, so wie früher etwa Pressekonferenzen mit Gerhard Schröder und/oder Joschka Fischer durchaus Unterhaltungswert haben. Die Frage ist, ob das der Wert ist, um den es den Juden in Deutschland geht. Die Gemeinden, im wesentlichen „sowjetiziert“, sind überaltert und haben ihr Zwischenhoch bereits hinter sich. Zunehmende Sozialaufgaben (Altenpflege), sanierungsbedürftige Gebäude, ungeschützte Friedhöfe, all dies verlangt nach anderen Antworten als Diskussionen darüber ob nun Hitlers „Mein Kampf“ (Stephan Kramer) oder die Holocaust-Lüge“ (Henryk Broder) legalisiert werden soll. Seine klaren Ansichten zum sog. „Nahostkonflikt“ (gibt es nur einen?) hingegen würden als „bloße Pflichtmeinungen“ des Zentralrats abgetan und an „objektiver“ Bedeutung verlieren.

Aber vielleicht ist vom „russischen“ Zwischenhoch in 20 – 30 Jahren ohnehin nichts mehr übrig und „das Judentum in Deutschland“ geht dann unter Klängen süßer Geigen seinen dereinst angedachten Weg ins Nichts. Warum soll dann ein Vorsitzender Broder nicht auch ein wenig auf seine Weise für Varieté und „Unterhaltung“ sorgen. 

Will there be (a)  much bro(a)der political debate? Schlimmer wird dadurch nichts … – oder doch?


Die Jüdische Gemeinde zu Steppach

October 19, 2009

Wir laden ein zu einem Vortrag zur jüdischen Gemeinde Steppach im Kontext des Friedhofs Kriegshaber – Pfersee und der Juden von Augsburg.

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch

Donnerstag, 29: Oktober 2009, 20.00 Uhr  

Veranstaltungsort: Pfarrsaal St. Raphael in Steppach

Internet: www.sanktraphael.de


Der jüdische Friedhof von Huerben – Krumbach

October 12, 2009
Tahara House of Huerben Cemetery

Tahara House of Huerben Cemetery

Das mittelschwäbische Hürben ist seit 1902 Teil von Krumbach. Erstmals im Jahr 1504 sollen vier jüdische Familien am Ort registriert worden sein, die wenig später Zuzug aus Donauwörth bekamen. Vor etwa zweihundert Jahren bildeten 450 Juden rund die Hälfte der Dorfbevölkerung und zugleich eine der größten jüdischen Gemeinden im heutigen Bayern, zudem das Gebiet der österreichischen Marktgrafschaft Burgau ab 1805 gehörte.

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Monument Salomon Guggenheimer (1854 - 1924)

Der jüdische Friedhof der Gemeinde Hürben wurde erst 1628 schriftlich erwähnt. Obwohl allem Anschein nach die Mauer sehr unregelmäßig gebaut und ausgebessert wurde, wird in den verfügbaren Ortschroniken nichts darüber erwähnt, von wann die Ummauerung stammt, bzw. ob und wie oft der Friedhof erweitert wurde. Das Tahara-Haus stammt aus dem Jahr 1898. Über einen Vorgängerbau ist heute vor Ort nichts bekannt. Der Friedhof umfasst nach Luftaufnahmen von Google Earth grob bemessen etwa 60 auf 55 m und somit eine Fläche von ca. einem Drittel Hektar. Es sind noch etwa 300 Grabsteine vorhanden, die sich fast ausschließlich im nordwestlichen Teil befinden.

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Huerben grave marker detail with 9 branch Chanuckia

Die südliche Hälfte mit den ältesten Gräbern ist leergeräumt und gemäß den Angaben von Herbert Auer mit den Trümmern der zerstörten Hürbener Synagoge aufgeschüttet worden. Somit sind auch die ältesten Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind sämtlich zerstört oder verschwunden. Freilich hat es den Anschein, als ob zumindest im Bereich der Westmauer Grabsteine aus der Erde herausschauen.

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Memorial of Meir bar Jehuda Landauer

Am Hürbener Friedhof sind neben Ortsrabbinern auch zahlreiche Mitglieder der vorherrschenden Familien Guggenheimer und Landauer bestattet, aber auch die aus Pommern stammende Kantorentochter Hedwig Lachmann – Landauer, die u.a. als deutsche Übersetzerin von Oscar Wilde und Edgar Allen Poe Bekanntheit erlangte. Viele der vorhandenen Grabsteine sind von Schimmel befallen, manche der Inschriften sehr brüchig.

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer

Memorial Hedwig Lachmann wife of Gustav Landauer


אפילו קאַ תשובה איז אַ תשובה

October 5, 2009

It’s almost like dancing in an annual ring, but the Jewish Cemetery of Pfersee and Kriegshaber in Augsburg again approaches a state of neglect.

Minor progresses achieved in countless hours of volunteer labor were futile and in vain because adminstrative bodies as well as the authorized community willfully escaping and abdicating their mandatory responsibility, hoping no one else will take notice.

Notice the sequence by this example:

neglected state until July 2008

neglected state until July 2008

a faint glimmer of hope

a faint glimmer of hope

And that is how it looks like when it was neglected again for a couple of months.
once more a result of neglect - so what's new?

once more a result of neglect - so what's new?

 

? … אַזוי וואָס


די ייִדיש סעמעטערי פון אַוגסבורג וועט זיין אַ מיסט פּלאַץ

October 2, 2009
עס איז קיין גוטע נייַעס. די אַלט ייִדיש סעמעטערי איז גענוצט ווי מיסט דאַמפּ און נאָבדוי קאַרעס וועגן דאָס. אַלע וויכטיק מענטשן און אַטאָראַטיז קוק אַוועק – זיי זענען צופרידן אָן געשיכטע, זיי זענען צופרידן אָן צוקונפֿט…
אַ מיסט פּלאַץ

אַ מיסט פּלאַץ

וי די נייַ יאָר הייבט עס איז קיין האָפענונג פֿאַר די יזאָוון פון קריעגשאַבער יידנטום.
Müllplatz jüdischer Friedhof

Müllplatz jüdischer Friedhof

    אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

די בילדער זענען פֿון נעכטן.
The Jewish Cemetery of Pfersee / Kriegshaber agains turns into a garbage dump while the ***  responsible authorities look away

“… die Juden in Augsburg zu kennzeichnen mit einem gelben Ring…”

September 23, 2009
Gelber Ring als Kennzeichen an Autos

Gelber Ring als Kennzeichen an Autos

Am 23. September 1434, d.h. heute vor exakt 575 Jahren wurde mit kaiserlicher Genehmigung den Juden in Augsburg verordnet, an ihrer Kleidung einen übergroßen gelben Ring zu tragen:

“… die Juden hie zu Augsburg ze bezaichnen mit ainem gelben Ring, der einer spann weyt und ein völligen Dumen breit brait sey …”

und zwar

” … uff daz claid, ez sy mantel oder Rogg ze nayen und nit ze bedecken …”

Dies galt auch für auswärtige Juden, die in die Stadt kamen, aus welchen Gründen auch immer.

Wer als Jude dagegen verstieß, hatte 3 Gulden zu bezahlen, was der mehrfachen Jahressteuer pro Kopf entsprach und für einen Monat die Stadt zu verlassen, was bei ungüstiger Witterung einem wahrscheinlichen Tod gleichkommen konnte.

 

at the former Judenwall in Augsburg

at the former Judenwall in Augsburg

Is it possible to clarify and study a subject as the yellow badge or ring by varying it by relating or misrelating de/”contextualize”) a former function which today only is known as symbol hinting at a much newer one …

yellow badge with Augsburg landmark Perlach Tower

yellow badge with Augsburg landmark Perlach Tower

There are many open questions: Is the design of prohibition signs influenced by a (yellow) ring:

 

 

Was there ever an option? Gab es jemals es eine Wahl?

cast your vote

cast your vote


schana towa 5770

September 17, 2009

Schalom und Grüß Gott

wir wünschen ein frohes und gesegnetes Neujahr 5770

Die hebräische Schreibweise der abgekürzten 770 (tav-shin-ayin) ergibt das Wort ti-schá = 9 (Zahl), oder ausgeschrieben ha-ti-scha, der, die 9. – ein Umstand (oder zwei?), dem einige Interpreten eine besondere Bedeutung beimessen.

Wie auch immer: wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg sowie allen ihren Angehörigen ein süßes und trotzdem gesundes und nur von Gott gesegnetes Neujahrsfest, die nötige Besinnung in den “zehn schrecklichen Tagen des Gerichts” und gute abschließende Unterschriften in den geöffneten Büchern für ein angemessenes und gerechtes kommendes Jahr.

schana towa, schalom ve bracha

והוא ישפט־תבל בצדק ידין לאמים במישרים׃

Glasfenster im Dom zu Augsburg

Glasfenster im Dom zu Augsburg

и Он будет судить вселенную по правде, совершит суд над народами по правоте

Juden im antiken Augsburg

August 20, 2009

Die Präsenz von Juden im Gebiet des heutigen Deutschland wird allgemein zumindest auf das frühe 4. Jahrhundert datiert, jedoch deutet nichts auf einen Kölner Einzelfall im Jahr 321 n.a.Z hin und tatsächlich existieren zahlreiche frühe archäologische Funde, die freilich selten als das gedeutet werden was sie wohl waren: Spuren von Menschen vor Ort.

Obwohl die Christianisierung sich noch weit bis ins 9./10. oder gar 11. Jahrhundert hinzog, wird fast jedes Fundstück mit biblischen Bezug ausschließlich christlich interpretiert. Nur wenige, scheinbar exklusive Symbole, die das Christentum späterer zeit dem Judentum sozusagen überlassen hatte, werden nicht vollkommen vereinnahmt – was natürlich vom späteren Resultat der vollendenten Christianisierung heraus gedacht ist, um im 14. Jahrhundert sicher mehr Sinn macht, als wenn man es ins 4. Jahrhundert überträgt …

Trotzdem wurden selbst solche von Christen nicht beanspruchten jüdischen Symbole auf antiken Gegenständen in Augsburg gefunden, wie etwa die Abbildung einer Menora auf einer Öllampe aus Ton oder das Symbol der beiden Weinträger auf einem anderem Stück. Das Römische Museum in Augsburg zeigt eine Scherbe eines solchen Fundes  nebst einer plausiblen Rekonstruktion, der auf das 5. Jahrhundert datiert wird.

Die Herkunft hingegen wird als “tunesisch” angeben, was angesichts der verbreiteten Machart der Lampe im gesamten Mittelmeeraum, im antiken Israel aber auch in Europa ein wenig überraschend ist, aber wie auch immer sicherlich nicht sagen, soll, dass es sich um den Besitz eines tunesischen Gastarbeiters handelte, der sich nur einen Nachmittag in Augsburg aufhielt … Gefunden wurde das Bruchstück im Jahre 1960 “bei St. Gallus”, also im ältesten Bereich Augsburgs, d.h. in der ehemaligen Römersiedlung, bzw. späteren Bischofsstadt. Eine Reihe weiterer Funde und Spuren in diesem Gebiet wie auch die spätere Zuschreibung eines “Judenbrunnen” (anderswo eigentlich immer eine Unschreibung für eine Mikwe) in der Nähe sind plausible Anzeichen für  die Lokalisierung einer ersten, spätantiken jüdischenGemeinde in Augsburg in der Zeit um das 3., 4. und 5. Jahrhundert.

ein jüdisches oder ein "nur" biblisches Motiv?

ein jüdisches oder ein "nur" biblisches Motiv?

 

The earliest  findings of Jews in Augsburg trace back to the late antiquitiy of 4rd and 5th century. If you allow Jews also a broader use of biblical depictions of Jewish history and religion such as a dove with an olive branch you will realize quite a lot more … The findings however are located in the oldest parts of the Roman City north of the later episcopal city. A “Judenbrunnen” (Jewish Well), noticed in medieval maps maybe goes back to a ancient mikwe in the same quarter – since the word frequently in other towns is naming nothing else. 

Jewish Oil lamp replica and original fragment Roman Museum Augsburg

Jewish Oil lamp replica and original fragment Roman Museum Augsburg

The answers you get always depend on the questions you allow.


Mittelalterliche Geschichte: Der Gelbe Ring als Zeichen der Juden in Augsburg

August 13, 2009

Am 23. September 1434 wurde die Verordnung erlassen, die Juden in Augsburg verpflichtete, einen gelben Ring mit stattlichen Ausmaßen auf ihrer Kleidung zu tragen. Wir erinnern in diesem Sommer an das 575. Jahrestag dieses unheilvollen Tiefpunkts mittelalterlicher Augsburger Geschichte. Die christlichen Geistlichen hatten schon lange darauf gedrängt, doch erst der in Nürnberg geborene neue Kaiser Sigismund stimmte darin überein, die Juden in seinem Reich mit Abzeichen zu kennzeichnen, damit diese „nicht gleich Ehr und Gruß empfangen, dessen sie nit werth seyen“.

Das ist zu eindeutig, als dass es sich schönreden lässt und kommt logischerweise jedem in den Sinn, der eine Erklärung für die Praxis des “Judenstern” der Nationalsozialisten im sog. „Dritten Reich“ haben möchte.

Unter Sigismund, selbst von fanatischen Predigern (Langenstein, Dinkelsbühl, …) geprägt oder erzogen vollzog sich für die Juden in Österreich und Süddeutschland die Entwicklung zum Schlechten. Er starb bereits 1437 nach nur vier Jahren als Kaiser und so blieb der Schaden (abgesehen von jenem den er zuvor schon anrichtete) letztlich „begrenzt“.

Die Augsburger Juden freilich entgingen seiner auf religiösem Hass basierenden „Politik“ nicht. Eine Kette von Entrechtungen der Augsburger Juden führten letztlich im Jahre 1438 zum Ausweisungsbeschluss, für dessen Rechtfertigung sich nur lapidare christliche Gründe finden.

 

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

 

The Yellow Badge (or: Yellow Ring, French: rouelle) was a cloth patch that Jews were ordered to sew on outer garments in order to prevent that Jews in public would “get greeting and honors they were not worth for” as the Imperial deed by emperor Sigismund on 23rd of September 1434 puts it. On that date Jews in Augsburg were ordered to wear an huge yellow ring with a diameter of almost 20 cm. This summer we commemorate the 575th anniversary of the introduction of the sign that segregated and finally excluded the Jewry of Augsburg where they were banned only four years later in summer 1438.


Augsburg Synagoge Wintergasse

August 6, 2009

In der Wintergasse diente ein umgebautes Wohnhaus vom 11. Nissan 5625 (Freitag 7. April 1865) bis zum Jahr 1917 als Synagoge.

Augsburg's Synagogue from 1865 to 1917

Augsburg's Synagogue from 1865 to 1917

From spring 1865 until 1917 a converted dwelling house at Wintergasse (a back alley to Augsburg s famous Maximilianstr.) served as Synagogue of the new established Jewish Community. The now developing “liberal” community soon implemented a church organ as one of the first in Germany, what split the Jewish Community. However, when Hungarian born Rabbi Dr. Hirschfeld who inaugurated the building, announced  to join a Synod of liberal Reform Rabbis in Augsburg in summer 1871 , he was dismissed therefore in advance and was later under spell.

So the first modern Synagogue in Augsburg wasn’t under a lucky star. When in 1917 it was abandonend because of the inauguration of the new Synagogue at Halderstr., the buildung now was converted again, this time into a hat factory. During British bombardements in february 1944 the building as many others in the City of Augsburg was hit and burned out.